Unsere Vorfahren mussten ihre Höhlen nach dem Winter von Knochen, Unrat und Ausscheidungen befreien. Wenn sich auch über die Jahrtausende die Hygiene betreffend einiges verbessert hat, so kennen wir doch…

Unsere Vorfahren mussten ihre Höhlen nach dem Winter von Knochen, Unrat und Ausscheidungen befreien. Wenn sich auch über die Jahrtausende die Hygiene betreffend einiges verbessert hat, so kennen wir doch immer noch die Tradition des Frühjahrsputzes. Hinzu kommt, dass in dieser Jahreszeit ein gelber Pollenschleier das Schwingen des Putztuches des öfteren notwendig macht. Viele Reinigungsmittel, die wir dabei verwenden, haben es ganz schön in sich. Was so schön schäumt und duftet, stinkt der Natur oftmals gewaltig. Dabei gibt es ökologisch sinnvolle Alternativen für ein sauberes Zuhause mit reinem Gewissen.

Natürliche Haushaltshelfer bei Kalk, Fett und üblen Gerüchen

Schon gewusst, dass man Kalkflecken mit Essigwasser oder Zitronensaft beseitigen kann? Auch das Abreiben mit einer Kartoffelschale oder einer Mischung aus warmen Wasser und Backpulver wirkt hier Wunder. Fett rückt man am besten mit heißem Wasser gemischt mit dem Saft einer Zitrone oder einer Orange auf den Pelz. Wenn man dieser Mischung Wiener Kalk beimischt, erhält man ein ganz natürliches, zu 100 Prozent biologisch abbaubares Scheuermittel, denn es ist nichts anderes als natürlich vorkommendes Calcium-Magnesium-Karbonat.

Synthetisch hergestellte Raumdüfte sind nicht nur überflüssig, sondern oftmals auch gesundheitsschädlich. Lieber sollte man zu natürlichen Duftquellen wie Nelken, Orangenschalen, Zimt oder einer selbst zusammengestellten Kräutermischung greifen. Ein kleiner Trick gegen schlechten Geruch am stillen Örtchen: einfach ein Streichholz abbrennen. Dies ist auf jeden Fall besser, als die chemische Giftmischung aus einem Klostein in die Natur zu spülen.

Das Wundermittel Backpulver – stark im Haushalt, sanft zur Natur

Backpulver ist im Haushalt ein wahres Wundermittel. Stark ist es gegen Tee- und Kaffeeflecken. Hat sich ein brauner Belag in der Tee- oder Kaffeetasse gebildet, kann man heißes Wasser und Backpulver zu Hilfe nehmen und ein paar Stunden einwirken lassen, schon ist der Belag weg. Kaffee- und Thermoskannen erstrahlen im alten Glanz, wenn man sie mit heißem Backpulverwasser durchschwenkt. Mit derselben Strategie kann man auch Kalkspuren in Blumentöpfen aus Ton beseitigen. Ist die Milch mal angebrannt oder hängen sonstige angebrannten Speisereste hartnäckig am Topf, kann man in ihm einfach etwas Backpulverwasser zum Kochen bringen, damit sich die Verkrustungen wieder lösen.

Backpulver bindet  Gerüche. Man kann diese Eigenschaft nutzen und zum Beispiel eine Schale trockenen Backpulvers in den Kühlschrank stellen. Oder man streut das Pulver auf einen muffig riechenden Teppich, lässt es über Nacht einwirken und saugt es am nächsten Tag wieder auf. Schneidebretter aus Holz oder Holzgeschirr verlieren Zwiebel- oder Fischgeruch wieder, wenn man sie in Backpulverwasser durchspült. Fliesenfugen werden wieder schön weiß, wenn man sie mit Hilfe einer Zahnbürste mit Backpulver schrubbt. Und riecht es mal unangenehm aus dem Abfluss, kann man einfach ein Tütchen Backpulver hineinschütten.

Was tun, wenn der Abfluss verstopft ist?

Ist der Abfluss mal verstopft, hilft es auch, ein Tütchen Backpulver hineinzugeben und etwas Essig hinterher zu schütten. So entsteht Kohlensäure, welche die Verstopfung aufwirbeln und auflösen kann. Ein wenig einwirken lassen und anschließend mit heißem Wasser nachspülen. Diese Prozedur kann man hin und wieder auch zur Vorbeugung anwenden.

Ist die Backpulver-Essig-Mischung nicht mehr stark genug, um den Abfluss frei zu pusten, sollte man zum guten, alten Pömpel greifen. Das Becken mit Wasser volllaufen lassen, bis der obere Abfluss bedeckt ist und dann kommt der wichtige Kniff: diesen oberen Abfluss mit einem Lappen oder Schwamm gut abdichten und auch den Abfluss von der Spülmaschine abklemmen, damit der hydraulische Druck groß genug ist. Dann bekommt man mit dem Pömpel garantiert jeden Abfluss frei und kann auf die chemische Keule verzichten.

Essig für Glanz und guten Duft

Fenster, Glas und Spiegel glänzen wieder, wenn man sie mit Essigwasser abwischt. Da die Essigsäure antibakteriell wirkt, sollte man den Kühlschrank hin und wieder mit einem frischen Tuch und Essigwasser auswaschen. Das beseitigt auch gleich üble Gerüche. So kann man auch Polstermöbel mit Essigwasser abwaschen. Mit dem Trocknen verschwindet der Essiggeruch, der gleichzeitig alle anderen Gerüche mitnimmt.

Essig hilft auch gegen Schimmelbefall im Anfangsstadium. Hier kann man auch wieder Backpulver zu Hilfe nehmen. Aber am besten lässt man es erst gar nicht so weit kommen. Dusche und Wanne also immer gut austrocknen und die Wohnung ausreichend lüften.

Bio-Putzmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen

Die Inhaltsstoffe von Bio-Putzmitteln sind so gewählt, dass sie biologisch abbaubar sind und sich in den natürlichen Kreislauf der Natur wieder eingliedern ohne wasserschädlich zu sein. Die Tenside sind beispielsweise aus Weizenkleie hergestellt und statt Erdöl greift man auf pflanzliche Öle zurück.

So kann man Arbeitsflächen, Böden und Co. beruhigt mit Bio-Reinigern putzen. Es gibt auch Bio-Toilettenreiniger, die sehr wirksam sind. Gegen hässliche braune Ablagerungen hilft hier übrigens wieder ein Tütchen Backpulver, das man über Nacht in der Toilette einwirken lässt.

Von antibakteriellen Reinigern rät das deutsche Umweltbundesamt ab. Sie sind stark wassergefährdend und setzen die Reinigungskraft der Kläranlagen herab. Hinzu kommt, dass sie Allergien fördern, das Immunsystem schwächen und zu Antibiotikaresistenz führen können.

Natürlich Flecken entfernen

Manche Flecken auf Textilien sind besonders hartnäckig. Aber auch hier ist nicht immer direkt die Chemiekeule notwendig. Der wohl bekannteste Trick ist es, Rotweinflecken mit Salz zu bestreuen und einwirken zu lassen. Dieser Trick hilft auch bei Blutflecken, die man anschließend mit eiskaltem Wasser auswaschen sollte.

Gegen Fettflecken hilft eine Behandlung mit Gallseife, die es in jeder Drogerie zu kaufen gibt. Ist ein Textil vergilbt, kann man es in Buttermilch einweichen. Diese hilft im Übrigen auch gegen Make-Up-Flecken. Gelbe Schweißränder weichen dem Salmiakgeist.

Hartnäckige Grasflecken behandelt man am besten mit Zitronensaft oder Spiritus oder lässt sie in Backpulverwasser einweichen. Karottenflecken bleichen beim Trocknen in der Sonne aus. Obstflecken lassen sich mit Zitronensaft oder Alkohol entfernen. Alkohol beseitigt selbst Kugelschreiberspuren.

Wie man sieht, müssen wir nicht unbedingt zurück in Höhlen, um umweltgerecht zu leben. Fröhlichen Frühjahrsputz!

Quellen:

Greenpeace (Hg.): Textil-Fibel 3, Hamburg 2009.
Andrea Hennegriff (People for Future): Wie sieht der ökologische Hausputz aus?

Bildnachweis: © Günter Havlena/Pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*