Die Europäische Umweltagentur hat den Bericht „Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II“ (engl. Late lessons from early warnings II ) herausgebracht. Wir brauchen mehr ethische Entscheidungen Das Ziel wird…

Die Europäische Umweltagentur hat den Bericht „Späte Lehren aus frühen Warnungen, Band II“ (engl. Late lessons from early warnings II ) herausgebracht.

Wir brauchen mehr ethische Entscheidungen

Das Ziel wird im Vorwort erwähnt: Mehr ethische Entscheidungen in Wirtschaft und Politik. Dafür sammelt der Bericht Fallbeispiele, Ereignisse aus der Vergangenheit, die uns für die Zukunft belehren sollen. Lehren sollen gezogen werden aus früheren Bedrohungen für die Gesundheit oder aus Umweltkatastrophen. Den Fällen ist allen gemein, dass es vor Eintreten der jeweiligen Katastrophe Warnungen gab – Warnungen, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht gehört wurden. Schließlich behandelt der Bericht aktuelle Probleme, die sich trotz aller Warnungen abzeichnen. Außerdem geht es um die Kosten der Ignoranz und welche Schlüsse Entscheidungsträger aus vergangenen Katastrophen ziehen sollten.

Vom bleihaltigen Benzin bis zum Klimawandel

Ein Fallbeispiel behandelt die schwerwiegenden Folgen bleihaltigen Benzins auf Natur und Gesundheit. Jährlich wurden in den 70ern durch den Sprit in Europa und den USA 200.000 Tonnen Blei in die Atmosphäre abgegeben. Die Bleikonzentration in untersuchten Blutproben stieg bedenklich, besonders bei Kindern. Mittlerweile ist bleihaltiges Benzin in den meisten Ländern verboten. Der Bleigehalt in Böden und Sediment bleibt weiterhin hoch. Heutzutage kommt das Blei aus den immer höher werdenden Bergen an Elektroschrott hinzu.

Der Bericht nennt weitere Fälle, wie die gesundheitlichen Folgen durch PCE in Trinkwasserschläuchen in den USA, die Kontamination mit Quecksilber durch eine Fabrik im japanischen Minamata, die den Begriff Minamata-Krankheit geprägt hat, die Manipulation von Studien zum Passivrauchen durch die Tabak-Industrie und Nachahmer des Vorgehens in der Industrie, die weiterhin gefährliche Produkte auf dem Markt halten wollen. Es wird über hier längst verbotene Substanzen gesprochen, wie DDT und TBT, wie über Substanzen, die weiterhin eine weite Verbreitung in der Industrie erfahren, wie den Weichmacher Bisphenol A.

Die Autoren schlagen vor, was man aus Fukushima lernen sollte. Sie beleuchten aktuelle Ereignisse, für die es warnende Stimmen aus der Wissenschaft gibt, wie das Einschleppen fremder Arten, den möglichen Zusammenhang zwischen Handy und Hirntumor und die Risiken der Nanotechnologie. Am Ende geht man auf den Klimawandel ein.  Dem Bericht zufolge hatten die Menschheit genügend Zeit, das Problem zu erkennen und abzuwenden; Die ersten ernstzunehmenden Warnungen durch Wissenschaftler gab es 1897.

Späte Lehren aus frühen Warnungen

Schon Band I, der 2001 erschienen ist, erzählt von Fällen ungehörter Warnungen. Über diese liegen mittlerweile ausreichend Kenntnisse vor. Man kennt die Hintergründe und Folgewirkungen. Es könnten demnach vernünftige Schlussfolgerungen gezogen werden. In den Fällen handelt es sich um Ereignisse, die allesamt als harmlos eingestuft und die Warnungen als falsch hingestellt wurden. Die Autoren geben auch hier den Hinweis, was man aus diesen Fällen für spätere Beurteilungen von Situationen lernen kann. Diese Lehren müssen nur gehört und umgesetzt werden. Denn es ist und bleibt so: Wir brauchen mehr ethische Entscheidungen.

Die Berichte kostenlos zum Download (engl.):

http://www.eea.europa.eu/publications/late-lessons-2

Band I zum Download (dt.):

http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/dateien/2697.html

Quellen:

http://www.eea.europa.eu/de/pressroom/newsreleases/die-kosten-ignorierter-warnsignale-eea

http://www.eea.europa.eu/de/publications/environmental_issue_report_2001_22

 

Bildnachweis: © CFalk  / Pixelio.de

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