Foto: Shutterstock / Sergey Toronto
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Nicht überall gibt es so verlässlich und häufig Niederschläge – Regen oder Schnee – wie bei uns. Das Wasser einer sinnvollen Verwendung zuzuführen, ist praktisch und spart Geld. In Gegenden,…

Nicht überall gibt es so verlässlich und häufig Niederschläge – Regen oder Schnee – wie bei uns. Das Wasser einer sinnvollen Verwendung zuzuführen, ist praktisch und spart Geld. In Gegenden, in denen das Wasser nicht vom Himmel fällt, ist es sogar notwendig, das wenige, das da ist, zu sammeln. Vielfach geschieht dies in Zisternen.

Zisternenkultur

Große Zisternen können einem ganzen Ort oder einem Stadtviertel als Wasserspeicher dienen, kleine Zisternen versorgen einen einzelnen Haushalt. Viele Kulturen waren in den vergangenen 7000 Jahren, teils schon in der Stein-, spätestens seit der Bronzezeit, intensiv geprägt von der Abhängigkeit von Wasser in Zisternen. Etwa Rom oder Konstantinopel, die Siedler auf den Balearen und die Pueblo-Indianer in Amerika.

Regenwasser kann durch Staub, Laub und Pflanzensamen verunreinigt sein. Die Qualität reicht dann für Brauchwasser, für Toiletten, Gartenbewässerung oder Waschmaschinen nicht aber zum Trinken. Der Inhalt von Zisternen kann ebenso als Löschwasser zum Einsatz kommen. So bleibt das, was aus Trinkwasserquellen sprudelt, auch wirklich nur für Mensch und Tier und ihren Flüssigkeitsbedarf.

Filter helfen, die Qualität von Zisternenwasser zu steigern. Besonders wichtig ist aber auch der Sedimentationsvorgang im Speicher. Schwebstoffe mit daran anhaftenden, gelösten Stoffen setzen sich am Boden der Zisterne ab. Um dieses Bodensediment nicht wieder aufzuwirbeln, muss die Einleitung von neuem Wasser in die Zisterne über einen beruhigten Zulauf erfolgen. Er bringt Wasser tief ins Becken und wird dann nach oben umgelenkt. So wird auch frischer Sauerstoff zum Boden der Zisterne zugeführt und steigt mit nach oben. Das Regenwasser wird automatisch mit Sauerstoff angereichert.

Bei der Wasserentnahme sollen weder die abgelagerten Sedimentationsschichten noch die Schwimmschichten angegriffen werden. Die beste Wasserqualität befindet sich knapp unter der Oberfläche.

Alle fünf bis zehn Jahre soll die Zisterne gereinigt und das Bodensediment entfernt werden.

Fels oder Kunststoff

Große Zisternen werden unterirdisch im Fels oder in Tiefgewölben aus Beton angelegt. Das Wasser erreicht man über Treppen oder durch Hebevorrichtungen.
Kleine Zisternen stehen häufig auf Pfeilern oder auf Dächern, so kann das Wasser bequem abfließen.
Moderne Zisternen werden nicht mehr aus Stein oder Mauerwerk errichtet, sondern aus Beton gegossen oder aus Kunststoff gefertigt.

Wie groß soll eine Zisterne sein?

Der Speicher soll richtig dimensioniert werden und dem Regenangebot bzw. dem Wasserbedarf angepasst sein.
Zu große Speicher bedeuten eine schlechtere Wasserqualität. Zu kleine können den Bedarf nicht decken und verlangen Nachspeisebedarf aus Trinkwasserquellen.
Grob geschätzt kann mit ein bis zwei Kubikmetern Speichervolumen pro Person gerechnet werden. Dies ergibt bei einem Einfamilienhaus mit 4 Personen eine Zisterne von vier bis acht m³.

Im Einzelfall sind Wasserbedarf und Niederschlagsmenge wichtig bei der Berechnung.

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