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Ziegel aus Plastik: RePlast von ByFusion

ByFusion entwickelt mit RePlast einen Ziegel ausschließlich aus recyceltem Plastik.

Von Kindheit an lernt man als Bub mit allem zu bauen, was gerade da ist: Bauen mit Plastikbausteinen gehört zu den frühesten Erfahrungen. Was im Kleinen schon lange existiert, entwickelt die Firma ByFusion  gerade im großen Maßstab: Plastikbausteine im Maßstab 1:1. Sie nennen ihr Produkt RePlast.

In einem eigens entwickelten Prozess kommt, grob gesagt, auf der einen Seite eines standardisierten Schiffscontainers Altplastik ganz egal welcher Klassifizierung hinein, und am anderen Ende ein fertiger Ziegelstein heraus. Dieser wird ähnlich verbaut wie Schalsteine, ohne dass eine zusätzliche Betonfüllung notwendig wäre. Als Rohmaterial können dabei jedwede Plastikabfälle dienen: egal ob PET-Flaschen, Plastikbecher, Verpackungen oder aus dem Meer gefischte Abfälle. Damit erspart man sich gleich auch den aufwändigen Sortierprozess.

Das Bauen geht leicht von der Hand:

Die Plastikziegel werden auf eine vorher eingebohrte und fixierte Armierung überlappend gesteckt und im Anschluss mit einem traditionellen Putz versehen, um langfristig Schäden durch UV-Strahlung am Baumaterial zu vermeiden. Durch das Stecksystem ist die Bauphase rasch abgeschlossen, da es logischerweise auch keine Trocknungsphasen für die Errichtung der Mauer zu beachten gibt.

Aufgrund der Modularisierung der Produktion mittels Schiffscontainer kann diese überall vorgenommen werden, wo ausreichend Platz und Rohstoff vorhanden ist. Die Rechnung ist einfach anzustellen: Ist es günstiger, die Fabrik zum Rohstoff zu transportieren und die fertigen Ziegel auszuliefern, oder besser, den Rohstoff am Bedarfsort direkt zu verarbeiten? Benötigt wird in allen Fällen ein passender LKW, und in den meisten Fällen nicht einmal frisches Wasser. Der in sich geschlossene Prozess wird nur für Reinigungsmaßnahmen und Filterwechsel geöffnet, wo bei jetzigem Stand der Entwicklung noch Wasser austreten kann. Der Betrieb erfolgt mittels eines einzelnen Drehstromanschlusses.

Was geschieht im Inneren mit dem Plastik? Überhitztes Wasser wird dem Plastik zugesetzt und mittels Druck werden die zuvor zerkleinerten Teile in die neue Form gepresst.

Noch wird das Konzept fertig entwickelt, erste Testbauten wurden schon errichtet, das Produkt auf seine Eigenschaften geprüft. Die Hauptschwierigkeit liegt in der Brennbarkeit des Materials: diese wird durch den Putz zwar herabgesetzt und das Plastik ist an sich nicht so leicht entzündlich; aber deutlich einfacher brennt es schon als Tonziegel oder Beton. Wie damit umgegangen wird, wird ein wesentlicher Aspekt des Erfolgs von RePlast sein.

Wie ist eure Meinung dazu?

Foto: ByFusion auf Indiegogo

Martin Skopal, 13.09.2016
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