Island gewinnt einen großen Teil seiner Energie in Geothermiekraftwerken, diese produzieren sehr geringe Emissionen.

Seit 2012 arbeitet man in Island an einem Projekt mit dem Titel CarbFix, bei dem CO2 eingefangen und in die Erde gepumpt wird, wo es in Stein verwandelt wird und so nicht mehr in die Atmosphäre entweichen kann. Im Hellisheiði Geothermiekraftwerk wird, dank dieser Technologie, nun überhaupt kein CO2 mehr in die Atmosphäre abgegeben.

Hellisheiði ist das größte Geothermiekraftwerk der Welt, es nutzt vulkanische Energie, um rund 300 MW Elektrizität und bis zu 400 MW Fernwärme zu produzieren. Obwohl Geothermie eine der saubersten Energiequelle ist, setzt der Prozess Gase frei. Eine Mischung aus Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und Wasserstoff werden bei der Energieproduktion im Kraftwerk Hellisheiði freigesetzt. Auch wenn es dabei um vergleichsweise geringe Gasmengen geht – eine Geothermieanlage erzeugt nur rund drei Prozent der Emissionen eines Kohlekraftwerks – ist dies eine Belastung für die Atmosphäre.

In der Hellisheiði Anlage werden diese Gase mit Wasser vermischt und in die Erde gepumpt. Dort werden sie vom Basaltgestein absorbiert und reagieren mit diesem. Es werden Mineralien gebildet. Normalerweise dauert dieser Prozess hunderte oder sogar tausende von Jahren, doch offensichtlich trägt die einzigartige Geologie Island dazu bei, dass dieser Prozess hier viel schneller abläuft. Bei der Methode werden pro Kilogramm absorbiertem CO2 rund 25 Kilogramm Wasser benötigt. Allerdings wird Salzwasser und kein Frischwasser dafür verwendet, deshalb ist der relativ hohe Wasserverbrauch, laut der Projektmanagerin Edda Aradóttir, kein Problem. Momentan werden rund 5.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingefangen und unterirdisch eingelagert. Diese kommen nicht nur aus der Energieproduktion, sondern es wird auch CO2 das bereits in der Atmosphäre ist, wieder eingefangen. Somit hat das Hellisheiði Kraftwerk nicht nur Null-Emission, sondern Negativ-Emission, denn es filtert mehr CO2 aus der Atmosphäre als es eigentlich produzieren würde.

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Bild: Sandra O Snaebjornsdottir

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