Das Pilotprojekt zielt darauf ab, mehr als 1.000 Batteriewechselstationen zu bauen und mehr als 100.000 zusätzliche batterietauschfähige E-Fahrzeuge auf die Straßen zu bringen.

Chinas Regierung hat den Start eines staatlichen Pilotprogramms für den Austausch von Batterien für Elektrofahrzeuge angekündigt. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, mehr als 1.000 Batteriewechselstationen zu bauen und mehr als 100.000 zusätzliche batterietauschfähige E-Fahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Ziel ist es, mehr als 700.000 Tonnen Kraftstoff pro Jahr einzusparen und die Kohlenstoffemissionen um mehr als 2 Millionen Tonnen pro Jahr zu reduzieren.

Die Drive-Through-Batteriewechseltechnologie, die vor Jahren von Tesla getestet wurde, kommt nun den chinesischen Elektroautoherstellern und -fahrern zugute, da der weltweit größte Automarkt die Elektromobilität einführt. Der zeitaufwändige Prozess des Batterieladens ist seit Jahren ein Argument gegen den Einsatz von Elektroautos. Jetzt gibt es in China allerdings einen Batteriewechseldienst, der den Prozess von Stunden auf Minuten verkürzen kann. Die Fahrer können ihre Autos, die mit austauschbaren Batterien ausgestattet sind, in Batteriewechselstationen bringen und ihre leeren Batterien werden innerhalb von fünf Minuten durch voll aufgeladene ersetzt.

Der derzeit prominenteste Betreiber eines Batteriewechselsystems ist wohl Nio, das einen Korridor von Wechselstationen entlang der Autobahn zwischen Peking und Shanghai betreibt und in diesem Jahr die zweite Generation von Wechselstationen eingeführt hat – für die es auch ein TÜV-Zertifikat für den Betrieb in der EU gibt. Das System ist jedoch nur mit Nio-Fahrzeugen kompatibel. Ein ähnliches Projekt wurde 2010 in Zhejiang ins Leben gerufen, aber 2013 eingestellt. Der NEV-Ableger von BAIC, BJEV, hatte zwischen 2016 und 2018 auch den Batteriewechsel getestet. Laut chinesischen Medien arbeitet auch die Volvo-Mutter Geely an einem solchen System.

Im Mai hat China die Entwicklung des Batterietauschs in seine Kampagne „Neue Infrastruktur“ aufgenommen. In das Pilotprojekt werden elf Städte einbezogen, wobei sich drei davon auf Lkw-Anwendungen konzentrieren. Im Juni 2020 befanden sich 40 Prozent der 452 Batteriewechselstationen in China in der Hauptstadt Peking und der Rest an der Ostküste, wo die Wirtschaft stärker ist.


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Bild: Nio