Lernen und Arbeiten im Dunklen und lange Fußmärsche zum nächsten Stromanschluss.

Afrika hat eine überdurchschnittlich schnell wachsende Mittelschicht. Die Entwicklung und Anwendung von Technologie hat entscheidend zu diesem Wachstum beigetragen. Es kommt aber oft vor, dass es nicht ausreichend Strom gibt um Technologien anzuwenden. Vor allem Subsahara Afrika ist durch Energiearmut geprägt. In ländlichen Gegenden fehlt oft die grundlegende Infrastruktur, doch auch in großen Städten kommt es immer wieder zu teilweise stundenlangen Stromausfällen.

Diese Energiearmut bedeutet gravierende Nachteile für die Bevölkerung. So müssen viele Holz sammeln, um Feuer für die Zubereitung von Essen machen zu können. Die Feuerstellen befinden sich meist in den Häusern, der Rauch kann nicht richtig abziehen, wird eingeatmet und schädigt so die Lunge. Außerdem sind es oft Kinder, die stundenlang durch die Gegend streifen, um Brennmaterial zu sammeln. Da die Familie auf die Arbeitskraft der Kinder angewiesen ist, bleibt keine Zeit für einen Schulbesuch. Die Kinder, die eine Schule besuchen können, sitzen oft nach Einbruch der Dunkelheit bei Kerzenschein um zu lernen.

Wer ein Mobiltelefon hat, und das sind zum Beispiel in Ghana 83 Prozent der Bevölkerung, muss oft weite Wege zu Fuß zum nächsten Stromanschluss zurücklegen. Auch die Lage in Kliniken und Spitälern, in denen zuverlässige Energieversorgung entscheidend ist, ist oft prekär. Dieselgeneratoren sind oft die einzige Möglichkeit, um Geräte betreiben zu können, oder um überhaupt Beleuchtung zu haben. Laut WHO stirbt alle 90 Sekunden eine Frau in einem Entwicklungsland an Komplikationen während der Schwangerschaft oder des Geburtsvorgangs. Dass sich diese Situation mit ausreichender und stabiler Energieversorgung verbessern würde, ist selbsterklärend.

Die UNO hat sich zum Ziel gesetzt Afrikas Energiearmut bis zum Jahr 2030 zu bewältigen und verlässliche Energieversorgung für die gesamte Bevölkerung zu schaffen. Dabei will man vor allem auf saubere und nachhaltige Energiequellen setzten. Doch dafür braucht es starken politischen Willen, in und außerhalb Afrikas, denn der Einsatz von fossilen Brennstoffe scheint oft die billigere und schnellere Lösung zu sein. Doch gerade in abgelegenen Dörfern kann dezentrale Energieversorgung mit Solar-  und Windenergie oder aus Wasserkraftanlagen große Vorteile bieten.

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Bild: Ken Banks

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