Das Gießrad ist der Stolz des Projektes. Hiermit können all die Hochbeete in der Seestadt mit Wasser versorgt werden. - Photocredit: essbareseestadt.at/Um einen Stadtteil gemeinschaftlich mit essbarer Bepflanzung zu beleben, muss es vorort Leute geben, die sich auch langfristig dafür einsetzen. - Photocredit: essbareseestadt.at/Katarina Rimnoczy
Das Gießrad ist der Stolz des Projektes. Hiermit können all die Hochbeete in der Seestadt mit Wasser versorgt werden. - Photocredit: essbareseestadt.at/Um einen Stadtteil gemeinschaftlich mit essbarer Bepflanzung zu beleben, muss es vorort Leute geben, die sich auch langfristig dafür einsetzen. - Photocredit: essbareseestadt.at/Katarina Rimnoczy
In der Stadt leben muss nicht bedeutet, dass wir auf grüne Oasen verzichten müssen.

Im Zuge des Forschungsprojektes Essbare Seestadt wurde in den letzten zweieinhalb Jahren geforscht, um herauszufinden, wie partizipative Projekte zur Begrünung von Stadtvierteln umsetzbar sind. Entstanden ist dieses Projekt in der Seestadt Aspern in Wien, die zwar als „grün“ geplant, für einige der neuen Bewohner jedoch nicht grün genug war.

Essbare Städte

Als „essbare Städte“ werden Städte oder auch Stadtteile bezeichnet, wo Nutzpflanzen an ungenützten Orten gepflanzt werden, um eine direktere Versorgung mit bestimmten Lebensmitteln zu ermöglichen. Genau genommen geht es sowohl um Bewusstseinsbildung darüber, wo unser Essen herkommt, als auch um Gemeinschaftsbildung und Regionalität. Außerdem sind Biodiversität, Artenschutz, sowie Ökologie oder naturnahe Lebensweise ein essentieller Bestandteil des Ganzen. Auch, oder gerade speziell in Städten. Die erste, die als essbare Stadt, oder genau genommen als Transitiontown bezeichnet wurde, liegt in Großbritannien und trägt den Namen Totness. Ihr Vorbild hat weltweit inzwischen einige Wellen geschlagen.

Teil des Projektes war die Beschilderung der umgesetzten Aktionen, um darauf aufmerksam zu machen. - Photocredit: essbareseestadt.at/Katarina Rimnoczy
Teil des Projektes war die Beschilderung der umgesetzten Aktionen, um darauf aufmerksam zu machen. – Photocredit: essbareseestadt.at/Katarina Rimnoczy

Forschungsprojekt „Essbare Seestadt“

Im Zuge des Forschungsprojektes Essbare Seestadt wurde konkret erhoben, welche Wünsche und Bedürfnisse die Bewohner haben. Danach gab es vor allem Unterstützung, dass die Bewohner selbst Hand anlegen konnten. Der Aspekt der Partizipation war ein wesentlicher Kern des Projektes, da es ein großes Anliegen war, dass die Entwicklung auch über das Forschungsprojekt hinweg weiter besteht. Und dazu braucht es engagierte Menschen, die einen langen Atem haben, und auch wirklich in die Umsetzung gehen.

Das Forschungsprojekt selbst hatte vor allem die Vernetzung, Bildung und Bewusstseinsbildung, sowie die ersten Schritte in die Umsetzung zum Fokus.

Umsetzungserfolge in der Seestadt Aspern

Nun, zum Abschluss des Forschungsprojektes, gibt es einige vorzeigbare Erfolge. Zu den sichtbaren Aktionen zählen etwa die Windschutzhecken bei den Gemeinschaftsgärten, das Gieß-Fahrrad und Baumscheibenbegrünung. Außerdem gibt es eine Karte durch die Seestadt (online und auf Infotafeln), wo ersichtlich ist, wo Gemeinschaftsgärten, öffentliche essbare Bepflanzung, Wildobst und vieles mehr zu finden sind. Es ist aber etwas noch viel Wichtigeres entstanden, nämlich der Verein SeeStadtgrün.

Er ist das Ergebnis der erfolgreichen Umsetzung der Vernetzung der Menschen, die in dieser Umgebung mitwirken wollen, um sie grüner zu gestalten. Durch den Verein ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass die geplanten Initiativen, wie etwa die Seestadt Lounge, Wirklichkeit werden kann.

Um einen Stadtteil gemeinschaftlich mit essbarer Bepflanzung zu beleben, muss es vorort Leute geben, die sich auch langfristig dafür einsetzen. – Photocredit: essbareseestadt.at/Katarina Rimnoczy

Wie es weitergehen kann

Das Forschungsprojekt selbst ist im Abschluss begriffen. Es ist jedoch ein Leitfaden am entstehen, der die Schritte und Möglichkeiten aufzeigt, wie die Umwandlung von Stadtteilen in grüne, essbare Oasen auch außerhalb der Seestadt Aspern möglich ist. Der Leitfaden wird nach Abschluss als Online Info mit Downloads verfügbar gemacht.

Und wer meint, schon alles im eigenen Grätzel probiert zu haben, dem soll das Projekt vor allem auch eines aufzeigen: Die richtige Kommunikation ist relevant. Wenn wir den Entscheidungsträgern greifbar machen können, was es bringt, dann finden sich viel leichter Lösungen.

Fazit

Inspiration, Hinweise und Anleitungen, wie wir mehr Leben, Natur, Gemeinschaft und Partizipation in die einzelnen Grätzel bringen können, kann der ideale Startpunkt sein, um die Freude und Lebensqualität in der Stadt auf eine besonders nachhaltige Art zu erhöhen.

Was das Projekt vor allem auch zeigt ist, dass Träume von einer grünen, essbaren Stadt auch in Großstädten wie Wien umsetzbar sind. Wir dürfen nur nicht aufhören, groß zu träumen.

Quellen

Essbare Seestadt
Verein Seestadtgrün
Transitiontown Totnes
Verein United Creations
transition network
Die Transition Bewegung in Österreich