Das gegenwärtige, globalisierende Wirtschaftssystem des Merkantilismus ist seit fast 500 Jahren gelebter Absolutismus. Es ist in sich brutal imperialistisch und darauf ausgerichtet, den wirtschaftlichen Gegner zu vernichten. Es ist weder…

Das gegenwärtige, globalisierende Wirtschaftssystem des Merkantilismus ist seit fast 500 Jahren gelebter Absolutismus. Es ist in sich brutal imperialistisch und darauf ausgerichtet, den wirtschaftlichen Gegner zu vernichten. Es ist weder sozial, in irgendeiner Form gerecht, noch nachhaltig. Ohne dieses System des stetigen Wachstums grundsätzlich zu verändern, wird Nachhaltigkeit nicht einmal im Ansatz möglich sein, sondern allenfalls wieder einmal nur ein Schattendasein führen können, wie es zahllose „alternative Lebenskonzepte“ seit 500 Jahren tun.

 

Einsicht und guter Wille sind nicht das Problem

 

Wie Inseln der Glückseligen muten viele Projekte an, die mitten im stürmischen Meer des permanenten Wirtschaftskriegs versuchen, Nachhaltigkeit oder auch Permakultur umzusetzen. Dabei stoßen sie natürlich immer wieder an Grenzen und bleiben letztlich ziemlich wirkungslos. Derartige Versuche, sich aus dem „Dschungel“ zu retten, gab es seit 500 Jahren immer wieder. Selbst gewaltsame Versuche, das dominierende System zu beseitigen, scheiterten immer wieder.

Seit der Renaissance, besonders dokumentiert durch Thomas Morus Bericht „Utopia“ aus dem Jahre 1516, beschreiben kluge Denker immer wieder ideale Staatssysteme, die wir heute durchweg „nachhaltig“ nennen würden. Da diese „Idealstaaten“ jedoch grundsätzlich sozialistische Systeme sind, befinden sie sich in krassem Widerspruch zu den herrschenden absolutistischen Mächten, damals, wie heute. Morus wurde 1535 letztlich für seine Ideen hingerichtet, die sozialistische Idee blieb erhalten, ist sie doch so alt, wie die Menschheit. Der Diskurs zwischen dem Kopf und dem Bauch – das offensichtliche Problem – blieb bis heute unentschieden.

Waren es bis ins 18. Jahrhundert noch die Könige, die absolut herrschten und mit der steten Expansion der „Märkte“ ihre Macht stärkten und ausbauten, sind es seitdem zuerst die Kaufleute und heute die Banken. Grundlage der Macht war und ist eine brutale Ausbeutung der Menschen und der Umwelt.

 

Wahlen in Deutschland, „Shutdown“ in den USA, der Glauben hat das Wissen ersetzt

 

Die sogenannte „bürgerliche Mitte“, die Stütze jeder absoluten Regierung, handelt stets gegen besseres Wissen. Trotz einer in der Regel humanistischen Bildung und Kenntnis der Auswirkungen einer dauernden Ausbeutung der Ressourcen an Rohstoffen und Menschen ist die Mittelschicht bestrebt, bestehende Verhältnisse, insbesondere Grundsätze wie „Ruhe und Ordnung“ zu erhalten, ja sogar auch zu verteidigen. Alles, was ihre idyllische Welt stören könnte, wird um jeden Preis abgelehnt. Diese „aufgeklärten“ Menschen unterstützten das Kaiserreich bis zum Ende, hoben die faschistischen Kräfte in die Regierung, der sie wiederum bis zum Ende treu und absolut dienten und führen dies bis heute fort. Sie konservieren einen absolutistischen Zustand.

Sie sehen den Schaden, den ihr Handeln anrichtet und halten trotzdem an ihrer Parallelwelt fest. Das nennen Psychologen eine „kognitive Schwelle“. Man sieht zwar, dass man falsch handelt, aber ist außerstande, dies in Frage zu stellen und eine Lösung zu finden. Diese Menschen bilden in der Regel die Klasse der „Fachleute“, der Spezialisten, die vielleicht sogar an wunderbaren Einzellösungen für jedes Problem arbeiten, aber niemals in der Lage oder Willens sind, das gesamte System, in dem sie ja bisher optimal versorgt sind, in Frage zu stellen. Tatsächlich handeln sie völlig irrational, für sie ist längst das Wissen durch den Glauben ersetzt worden. Das Wissen um die Wirklichkeit ist vollständig ausgeblendet.

 

Alle Lösungen liegen auf dem Tisch, doch kaum jemand greift zu

 

Alle Erkenntnisse der Wissenschaft bilden unsortiert einen unübersehbaren Haufen, ein chaotisches Durcheinander an Lösungen für die Probleme der Welt im 21. Jahrhundert. Ein Großteil dieser Lösungen sind Wege, die man nicht weiter beschreiten sollte, die sich als Ursachen für die Probleme erwiesen haben, wie zum Beispiel die Nutzung der Atomkraft. Die Ursache dafür, dass so eine große Zahl von Fehlentwicklungen auf dem Tisch liegt, ist der falsche Ansatz und somit die falsche Aufgabenstellung für die Fachleute. Die Aufgabe war, für den Auftraggeber Macht in der Form von Geld zu erzeugen. Das ist bestens gelungen, wie die Verteilung dieser Macht heute zeigt.

Gleichzeitig wissen die Fachleute um dieses Problem und kennen auch zahllose technologische Möglichkeiten, einen sinnvollen, nämlich nachhaltigen Weg einzuschlagen. Diesen Weg wollen ihre Geldgeber nicht gehen, weil er ihre Macht sofort und komplett in Frage stellt.

 

Die Aufgabenstellung muss verändert werden, ganzheitlich

 

Der Kopf kann nicht über den Magen herrschen und umgekehrt. Das wissen wir seit Millionen Jahren. Die Evolution hat uns gelehrt, dass wir nur in Harmonie mit der Mitwelt existieren können. Das Gefühl der Geborgenheit ist der Indikator für den richtigen Weg. Seit wir jedoch begonnen haben, dem Kopf mehr Macht zu geben, als dem Magen, laufen wir radikal in die Irre. Wir belügen uns selbst mit einem künstlichen Geborgenheitsgefühl, welches jedoch nur in der Vorstellung existiert.

Wenn wir die Kraft des Denkens einsetzen, Wissen und Glauben, also das Urgefühl der Harmonie mit der Mitwelt und die Fähigkeit, dieses zu beschreiben und zu erhalten zusammenführen, können wir Nachhaltigkeit auch planen. Dabei werden wir sofort an den Punkt kommen, wo wir egoistisches Handeln, das der Umgebung permanent „Energie“ entzieht umgehend beenden müssen. Wenn Wissen und Glauben wieder im Gleichgewicht sind, ist auch ein harmonisches Verhältnis mit der Mitwelt und mithin ein nachhaltiger Zustand erreicht.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Merkantilismus

http://taz.de/Kommentar-Exportgeschaefte/!124689/

http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2013/03/deutschland-buergertum-fuehrer

http://www.spektrum.de/alias/kollaps-oder-evolution/kampf-den-supermemen/1157509

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