Seit 1992 mit der Agenda 21 und der ersten Klimarahmenkonferenz in Rio versuchen Menschen eine Strategie gegen den Klimawandel global zu vereinbaren. Der letzte Klimagipfel in Doha verlief wie zu…

Seit 1992 mit der Agenda 21 und der ersten Klimarahmenkonferenz in Rio versuchen Menschen eine Strategie gegen den Klimawandel global zu vereinbaren. Der letzte Klimagipfel in Doha verlief wie zu erwarten, auch wieder ohne ernst zu nehmende Ergebnisse. 20 Jahre Klimaschutz führen nur zu mehr Klimakillergasen in der Atmosphäre. Sollten wir nicht endlich mal wirklich etwas unternehmen?

 

Stop talking start…

 

Felix Baumgärtner und die Kinder der inzwischen globalen Aktion: „Stop talking, start planting“ machen es seit ein paar Jahren den Erwachsenen vor, wie einfach es sein kann, das Thema Klimaschutz wörtlich in die Hand zu nehmen. Die Großen haben bisher nur das Problem vergrößert, mehr Schadstoffe produziert und können sich in 20 Jahren nicht auf ein ernst zu nehmendes Ziel einigen. Viele Worte, keine verbindlichen Verträge und schon gar keine Verbesserung, das ist ein Armutszeugnis.

Die frustrierten Wissenschaftler melden sich nun außerhalb der Konferenz zu Wort und fordern, dass nun nicht mehr über Klimaschutz geredet wird, weil die globale Erwärmung nicht mehr aufzuhalten ist. Die Katastrophe ist also nicht zu verhindern, man könne sie nur noch mildern. Der Stern-Report hatte die Folgen einer globalen Erwärmung um 2 Grad mit Kosten von bis zu 2 Billionen Dollar beziffert. Inzwischen müssen wir wohl mit bis zu 4 Grad rechnen, also 4 Billionen? Soll dieses Geld nun „vergeudet“ werden, für gigantische Küstenschutzprojekte? Für hilflose Versuche zu retten, was zu retten ist?

 

Die Politik konnte und wird es nicht schaffen

 

Die Bilanz aller bisherigen Gipfeltreffen ist ein zähes Ringen um jeden Cent und jedes Gramm CO2, das doch noch emittiert werden darf. Jeder Staat versucht, die Vorgaben der heimischen Konzerne bis aufs Messer zu verteidigen. Solange die Politiker also nur den Managern folgen, werden wir uns weiter in ein unvorhersehbares Klimachaos stürzen lassen. Die Wirtschaft ist so blind, dass das schnelle Geld jetzt wichtiger ist, als eine katastrophale Zukunft für alle. Viele der Betriebe, die jetzt noch ein paar Millionen Euro oder Dollar herausquetschen können, werden möglicherweise in Kürze Insolvenz anmelden müssen, weil sie die Folgen nicht „verdauen“ können. Die verantwortlichen Manager allerdings können den Klimawandel dann von der Terrasse ihrer Villa aus beobachten.

 

Wissenschaft geht, wie die Kunst nach dem Brot

 

Etats der Institute und der Hochschulen werden zwar offiziell von der Politik bereitgestellt, doch hat die Wirtschaft längst das Zepter übernommen. Die Politiker sind nur noch Marionetten, die willig die Befehle aus dem Hintergrund ausführen. Die großen Etats kommen oft auch schon direkt von den Konzernen. Welcher Forscher da noch unabhängig sein kann, ist absolut unklar. In seinem Buch: „Next BANG!“ hat Pat Mooney schon beschrieben, wie die Zukunft nach dem Scheitern aller Klimarettungsversuche durch sinnvolle Maßnahmen aussehen wird. Wissenschaftler werden im Auftrag der Konzerne – für diese Gewinnträchtige – Maßnahmen erdenken, mit denen zum Beispiel die Ozeane geimpft werden, damit gigantische Algenteppiche wachsen und CO2 binden. Wolken aus künstlichen Staubteilchen werden den Himmel verdunkeln und die Sonneneinstrahlung mindern. Nanoteilchen werden überall eingesetzt, um Schadstoffe zu binden oder umzuwandeln. In jedem Fall ist die Wirtschaft an der „Behebung der Schäden durch die Wirtschaft“ aktiv beteiligt, gegen entsprechende Bezahlung versteht sich. Die Staaten, und damit wir alle,  kommen mit Steuergeldern für die Schäden auf, die eigentlich die Konzerne bezahlen müssten.

 

Die Bürger sind nun wirklich gefragt zu handeln

 

Die Menschen sind das Volk, global die Völker. Sie allein sind der Souverän. Sie bestimmen, was produziert wird, weil sie es kaufen oder eben liegen lassen. Sie zahlen Steuern und geben den von ihnen gewählten „Volksvertretern“ damit Mittel in die Hand zu ihrem Wohle zu handeln. Sie bestimmen in jeder Hinsicht, was global geschieht.

Fast eine Milliarde Menschen haben sich global bereits organisiert, in Genossenschaften, bürgerlichen Gesellschaften oder kleinen Gruppen und handeln. Sie erzeugen ihre Energie selbst – klimaneutral natürlich – und erzeugen ihre Lebensmittel wieder ohne Chemie und regional. Kleine, überschaubare Gemeinschaften schließen sich global zu großen Gruppen zusammen, Grenzen ja Kontinente übergreifend. Sie allein können noch verhindern, dass die Welt eingemauert werden muss oder wirklich Konzerne noch radikaler in die Umwelt eingreifen. Nur sie können lokal, regional verhindern, dass die letzten fossilen Energiereserven aus der Erde gepresst oder doch wieder Atomkraftwerke errichtet werden.

Sie sollten auch ihre Volksvertreter so wählen, dass diese nicht das letzte Stück ihrer Infrastruktur verkaufen und die letzte Chance vergeben, etwas Richtiges zu tun. Sie sollten Vertreter wählen, die für eine Bildung zu Nachhaltigkeit global einführen und ihre Fachleute nach Wegen suchen lassen, wie schnellstmöglich Nachhaltigkeit wirklich eingeführt werden kann.

 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/gescheiterte-uno-konferenzen-forscher-wollen-klimagipfel-abschaffen-a-872633.html

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