Ohne ist das neue Mit – Allergien und Unverträglichkeiten werden immer häufiger wie es scheint, aber auch freiwillig entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Ernährung ohne bestimmte Lebensmittel oder…

Ohne ist das neue Mit – Allergien und Unverträglichkeiten werden immer häufiger wie es scheint, aber auch freiwillig entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Ernährung ohne bestimmte Lebensmittel oder Inhaltsstoffe. Diese Entwicklung haben auch die Produzenten erkannt und nun lachen uns im Supermarkt Aufschriften wie „Frei von Aromen, ohne Nüsse, Saaten und Kerne, ohne Speisesalz.“, „Ohne Zucker“ oder „Vegan“ entgegen. Kürzlich gab es in Berlin sogar eine Messe zu diesem Trend, auch in London gab es schon eine. Diese Entwicklung ist eigentlich nur eine logische Folge der letzten Jahre: die immer stärkere Verarbeitung der Lebensmittel und der kompletten Verunsicherung, was sich in einem Produkt befindet. Wenn man im Supermarkt die Zutatenlisten genau studiert, bräuchte man eigentlich einen Abschluss in Lebensmittelchemie, oder zumindestens eine Tabelle mit den E-Nummern. Zucker versteckt sich in Produkten unter den verschiedensten Namen, und nur weil leuchtend rote Erdbeeren auf der Verpackung abgebildet sind, muss das nicht heißen, dass das Produkt eine Erdbeere auch nur gesehen hat. Produkte werden also nun nicht mehr damit beworben was drin ist, sondern damit was nicht drin ist. Statt „Mit viel Vitamin C“ heißt es nun „Ohne Silikone“, „Ohne Zucker“ und „Frei von Konservierungsstoffen“. Dabei unterscheiden sich die Bedürfnisse der Käufer gar nicht von früher: immer noch erhoffen sich diese mit den Produkten ein besseres Leben. Von der Überflussgesellschaft geht es nun in Richtung Reduktion, dem Fokus auf das Wesentliche. Es ist eine Revolution gegen das Zuviel und eine Suche nach Lebensqualität. img_ohne_2_620x414 Durch das Überangebot an Produkten in allen Lebensbereichen wird es uns auch immer mehr erschwert eine Entscheidung zu treffen. Man recherchiert und überlegt, entscheidet sich, und hat dann trotzdem das Gefühl das falsche Produkt gekauft zu haben. Stehen auf der Speisekarte 30 verschiedene Pizzen wählt man mit Sicherheit die falsche. Apropos Speisekarte: auch dort merkt man die Vereinfachung! Früher hieß es noch „Lauchrostbraten mit Selleriepüree und grüner Pfeffersauce“ – man konnte sich genau vorstellen, was am Teller liegen würde, aber klingt halt wenig sexy. Daher wurde daraus irgendwann ein „Duett von Entrecote und Lauch an Selleriemousseline und grünem Pfeffer-Jus“. Damit fühlt man sich dann auch richtig nobel, man tut sich etwas gutes mit dem Essen, verwöhnt sich. Mittlerweile heißt es dann nur noch „Rind | Lauch | Sellerie | Pfeffer“. Das Wenige das angeboten wird sollte aber bitte dafür doppelt so toll sein und auch einen Zusatznutzen liefern, Functional Food, Brain Food – damit wären wir wieder bei der Hoffnung auf ein besseres Leben. Viel oder wenig, eigentlich ist es egal, wir werden durch Konsum von wasauchimmer kein besseres Leben haben! Daher am besten einfach einkaufen und essen was sich gut anfühlt! Quellen: http://www.allergyshow.de http://www.trendundzukunft.com/einzeltrend-analysen/simplify-trend/ http://www.kuechentanz.com/2015/01/kleine-speisekartenphilosophie.html http://www.foodnutritionpartner.com/2015/01/less-is-more-and-natural-food-trends/ Bilder/Fotograf: Ulrike Göbl  Ulrike Göbl, MA Die nebenberufliche Fitness- und Ernährungstrainerin beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung und alternativen Lebensweisen. 2010 begann die begeisterte Hobbyköchin ihren Foodblog „Fit & Glücklich“. Dort vereint sie ihre Liebe zu gutem Essen und Sport mit dem Versuch, die Balance im Leben zu finden. Seit 2012 vernetzt sie mit einer Kollegin auch noch die Österreichischen Foodblogger auf einer eigenen Plattform.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*