Die Niederlande werden sich schon bald stolz als ‚Besitzer des größten Archipels schwimmender Solarinseln‘ bezeichnen können.

Da es immer mehr Widerstand gegen Windräder und Solarfarmen an Land gibt, ist man in ein paar Länder – etwa in China, Großbritannien, Japan und den Niederlanden – auf Wasserreservoir und Seen ausgewichen, um dort schwimmende Solaranlagen zu bauen. Nun soll in der Provinz Nordholland, auf dem Andijk Reservoir, das bisher größte Projekt mit schwimmenden Solarinseln verwirklicht werden.

Bereits dieses Jahr noch will man mit der Konstruktion von 15 Inseln, bestehend aus insgesamt 73.500 einzelnen Paneelen beginnen. Diese Inseln sollen, nach dem Vorbild der Sonnenblume, die Fähigkeit haben, sich nach dem Stand der Sonne auszurichten. Jede Insel wird mit drei Bojen verankert und mit einem Kabel einerseits zusammengehalten, andererseits mit dem Stand der Sonne mitbewegt.

Ein weiteres schlaues Feature der Inseln ist, dass sie sich an die herrschenden Wettergegebenheiten anpassen können. Durch sogenanntes Weather Risk Management, kurz WRM, können die Solarinseln sich bei extremen Windbedingungen oder starkem Wellengang selbst so positionieren, dass Wetterschäden vermieden werden. Doch selbst ohne WRM halten die schwimmenden Anlagen Windgeschwindigkeiten von bis 100 Kilometern pro Stunde stand.

Im September soll die Konstruktion beginnen und im November soll sie abgeschlossen sein. Eigentlich hätte man gerne früher begonnen, doch aus Rücksicht auf Zugvögel kann man nur während dieser drei Monate am Wasser bauen. Generell wird bei dem Projekt auf die natürliche Fauna und Flora des Reservoirs Rücksicht genommen. Da die fertigen Anlagen ihre Form und Position ständig ändern, wird nicht ständig die gleiche Stelle unter Wasser beschattet. Permanente Beschattung hätte nämlich negative Auswirkungen auf das Ökosystem. Insgesamt werden die fertigen Solarinseln kaum Einfluss auf die Wasserqualität des Reservoirs haben.

Gemeinsam mit einem anderen im Bau befindlichen Solarprojekt, in der Gemeinde Hoofddorp, in der Nähe von Amsterdam, rechnet das verantwortliche Unternehmen PWN genügend Energie für die Versorgung von rund 10.000 Haushalte generieren zu können.


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Bild: Pexels

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