Mit einer Länge von zwei Kilometern wird der Hofbogenpark der längste und schmalste Stadtpark der Niederlande. Ein grünes Dach für die Stadt und eines von sieben grünen Stadtprojekten in Rotterdam.

Covid-19 hat deutlich gemacht, wie wichtig Grün in der Stadt ist. Ein Picknick im Park oder ein Spaziergang im Grünen während der Mittagspause macht das Leben in der Stadt viel angenehmer. Aber eine grüne Stadt hat noch mehr Vorteile für Mensch und Natur. So wird beispielsweise Hitzestress vermieden und starke Regenfälle können bewältigt werden. Rotterdam hat deshalb sieben Projekte zur Begrünung der Stadt gestartet. Eines davon ist ganz besonders: Auf einem ehemaligen Bahnviadukt soll man bald durch eine grüne Oase wandern. Willkommen im Hofbogenpark.

Das ehemalige Viadukt de Hofbogen befindet sich auf einer Höhe von etwa sechs Metern und verläuft direkt durch den Norden Rotterdams bis zum Stadtzentrum. Das alte Viadukt ist derzeit nichts anderes als eine Betonebene. Mit einer Länge von zwei Kilometern wird daraus der längste und schmalste Stadtpark der Niederlande. Ein grünes Dach für die Stadt.

Der gesamte Park wird von einem zwei Kilometer langen Wanderweg durchzogen sein, mit allen Arten von kleinen Plätzen entlang des Weges, auf denen die Besucher verweilen können. Diese Plätze sollen unterschiedlich gestaltet werden: Zu den Ideen gehören ein kollektiver Gemüsegarten oder Studien- und Arbeitsplattformen mit langen Tischen, um im Freien zu arbeiten oder zu lernen. Doch der Hofbogenpark wird keine zweite High Line werden – die verlassene Eisenbahn in New York, die in einen Dachpark umgewandelt wurde. Der Park soll mehr als ein langer Ziergarten werden und vor allem eine natur- und klimaanpassungsfähige Landschaft in der Stadt erzeugen.

Für die Bepflanzung des Parks werden Pflanzen und Sträucher ausgewählt, die an das niederländische Klima gewöhnt sind. Das Dach des Viadukts hat nicht genug Tragfähigkeit, um Bäume darauf zu pflanzen, so dass sie in den nebenliegenden Straßen platziert werden. Die Baumkronen reichen bis nach oben in den neuen Park. Der Park wird auch Platz für Tiere bieten. Es ist so konzipiert, dass es einen biodiversen Lebensraum bietet, der Schmetterlinge, Spatzen, Igel, Kröten und Fledermäuse beherbergen soll.

Rotterdam liegt im Rhein-Maas-Delta und ist daher besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Der Hofbogenpark soll helfen, die damit einhergehenden starken Regenfälle und die anhaltende Dürre gut zu bewältigen. Ziel ist es, das Regenwasser aus den angrenzenden Stadtteilen über ein kreisförmiges Wassersystem in den Dachpark zu speisen. Im Park wird das Wasser dann durch die Pflanzen und den Boden gereinigt. Das gereinigte Wasser wird dann unterirdisch gesammelt, damit es wiederverwendet werden kann, zum Beispiel für die Bewässerung des Parks. Der Umbau des ehemaligen Viadukts soll 2022 beginnen und der Hofbogenpark wird im Jahr 2024 abgeschlossen sein.


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Bild: De Urbanisten