In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über antibiotikaresistente Keime (ESBL oder MRSA-Keim) in der Massentierhaltung. In den USA genau so wie z.B. in Deutschland. Österreich blieb bisher verschont.

Im Jahr 2011 schockierten katastrophale Ergebnisse einer Untersuchung von Geflügelfleisch die Konsumenten in Deutschland. Dass es in der Schweiz oder Österreich nicht besser aussieht war eigentlich klar.

Aktuelle Untersuchung von Geflügelfleisch aus Österreich

Vier große österreichische Hühnerfleischproduzenten wurden auf antibiotikaresistente Keime (MRSA) und ESBL untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend, denn nur eine einzige Probe war frei von schädlichen Keimen. MRSA ist ein „selbstgestricktes“ Problem der Massentierhaltung, denn da werden große Mengen an Antibiotika verabreicht um eine Ansteckung unter den viel zu eng gehaltenen Tieren zu vermeiden.

Komplette Studie hier

Welche Gefahr geht von MRSA-Keimen aus?

Der MRSA-Keim kann vom Tier selber oder auch über Frischfleisch auf den Menschen übertragen werden. Für Menschen mit schwachem Immunsystem (Kinder, ältere Personen, Kranke) können durch Lungenentzündung, Harnwegsinfekte oder Blutvergiftungdas gefährdet werden.

Das große Problem ist die Behandlung, denn der MRSA-Keim ist durch die vermehrte Gabe von Antibiotika in der Massentierhaltung antibiotikaresistent geworden. Herkömmlichem Antibiotika sind einfach nicht mehr wirksam. Nachdem manche Infektionen einfach nicht mehr behandelt werden können, resultieren EU-weit daraus etwa 25.000 Todesfälle.

Bio-Hühner sind normalerweise nicht derart belastet. Ausnahmen können lediglich Tiere von Anbietern sein, die sowohl konventionelle als auch Bio-Hühner halten. Eine Kontamination von außen ist hier äußerst selten jedoch möglich. Grundsätzlich sind Sie jedoch mit Fleisch aus Bio-Erzeugung auf der sicheren Seite.

Verabreichung von Antibiotika wird nicht kontrolliert

Schon längst verlangen Tierrechts- und Gesundheitsexperten mehr Transparenz bei der Antibiotika-Verabreichung in den Mastanlagen. Eine zentrale Erfassung wäre eine gute Möglichkeit. Doch solange die Massentierhaltung weiterhin durch den Staat subventioniert wird, ist keine Lösung in Sicht.

Demo am 30. März 2012 in Wien

Die Agrarindustrie in Europa verursacht Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Megaställen. Sie verschärft Hungerkrisen, den Klimawandel und das Höfesterben. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Zeigen Sie, dass Ihnen das nicht gefällt und kommen Sie zur Demo am 30. März 2012 um 10 Uhr vor dem Lebensministerium in Wien.

Fragen und Antworten  zum Thema MRSA – Bundesinstitut für Risikobewertung
Filmbeitrag „Gefährliches Geflügel“ – Report Mainz
Autorengespräch zum Beitrag „Gefährliches Geflügel“ – Report Mainz
Infos zu ESBL (Extended Spectrum Beta Laktamase) – Symptome.ch

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