Arno Sam - Fotocredit: Energieleben Redaktion
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Vom Monitoring der Anlagen bis hin zur Effizienzsteigerung: Im Interview spricht Arno Sam über seine Aufgaben bei Wien Energie.

Vom Monitoring der Anlagen bis hin zur Effizienzsteigerung: Im Interview spricht Arno Sam über seine Aufgaben bei Wien Energie.

Was ist Ihre Aufgabe bei Wien Energie?

Als „Leiter Betrieb Erneuerbare Erzeugungsanlagen“, wie meine Position bezeichnet wird, bin ich für die Betriebsführung und das Betriebsmanagement der Wasser-, Wind- und Photovoltaikanlagen bei Wien Energie zuständig. Das bedeutet, dass wir mithilfe von Monitoringsystemen dafür sorgen, dass die Anlagen fehlerfrei laufen. Sollten Fehler auftreten, kümmern wir uns um die umgehende Entstörung. Zugleich haben wir auch stets die Ertragsdaten der Anlagen im Blick. Wir beobachten also, ob die Anlage die Leistung bringt, die sie bringen soll. Es kann vorkommen, dass zum Beispiel eine Anlage durch Bäume beschattet wird, die schneller gewachsen sind, als vorhergesehen, und ein Grünschnitt erforderlich ist. Ein weiteres Aufgabenfels ist das Betriebsmanagement und die Betriebstechnik. Die Anlagen müssen stets auch auf dem neuesten Stand gehalten werden, was die Gesetzeskonformität angeht. Behördenauflagen müssen eingehalten werden. Auch versuchen wir stets, die Effizienz zu steigern und Neuerungen am Markt zu berücksichtigen.

Was bedeutet das konkret?

Beim Windpark Steinriegel in der Steiermark haben wir zu Jahresbeginn ein neues System installiert – eine Art Blackbox, die an der Anlage angebracht ist und die die Leistung um drei bis fünf Prozent steigert. Getestet wird das System ab April. Der Windpark Steinriegel ist ein Windpark, der schon verhältnismäßig lange in Betrieb ist. Er ist eine ideale Spielwiese, um solche neuen Systeme zu testen.

Windkraftanlage  Fotocredit: Energieleben Redaktion
Windkraftanlage Fotocredit: Energieleben Redaktion

Gibt es weitere ähnliche Projekte?

Im Bereich der Photovoltaik geht es darum, die Monitoring-Systeme zu verbessern. Wien Energie hat sich dem Ausbau der Photovoltaik auf 600 Megawatt bis zum Jahr 2030 verschrieben, um zukunftssicher zu werden. Das Ziel ist, dass die Anlagen so automatisch wie möglich funktionieren – so, wie man das von Plug and Play-Komponenten beim Computer kennt. Wenn jede einzelne Anlage manuell überwacht werden müsste, wäre das ein enormer Aufwand. Wir möchten Photovoltaikanlagen sozusagen von der Stange anbieten können.

Wo sehen Sie noch Potenzial oder Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Erneuerbaren Energien?

Bei der Windkraft sehe ich Möglichkeiten beim Repowering. Es gibt viele Windparks, die bald ans Ende ihres Lebenszyklus von 20 Jahren kommen. Die Fördertarife sind meist für 15 Jahre angesetzt. Wir versuchen, die Flächen auch in Zukunft weiterzunutzen – mit besseren, größeren und sichereren Anlagen, damit sie auch mehr Ertrag bringen. Anlagen mit einer Leistung von einem Megawatt können heute durch solche ersetzt werden, die 3,5 MW bringen. Die älteste Windenergieanlage steht übrigens auf der Donauinsel. Sie wurde Anfang der 1990er-Jahre errichtet, ist also schon weit über der damals prognostizierten Lebensdauer in Betrieb. Aber solange sie wirtschaftlich ist, gibt es keinen Grund, sie nicht weiter zu betreiben.

Arno Sam - Fotocredit: Energieleben Redaktion
Arno Sam – Fotocredit: Energieleben Redaktion

Und wie sieht es mit der Photovoltaik aus?

Photovoltaikanlagen haben enormes Potenzial. Von der Fläche her können sie natürlich nicht mit Windenergieanlagen mithalten. Aber es gibt gerade in Wien viele ungenutzte Dachflächen, auch industrielle, auf denen sie eingesetzt werden können. Ein Thema bei der Photovoltaik, mit dem sich die Forschung intensiv beschäftigt, ist aber sicher noch die Effizienz der Module.

 

Quelle: Energieleben Redaktion

Fotos: Energieleben Redaktion


 

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