IHS evaluiert die Photovoltaik-Initiative der Stadt Wien und stellt große Nachfrage nach Arbeitskräften mit PV-Kenntnissen fest.

Die Stadt Wien hat sich mit der Photovoltaik-Offensive 2021 zum Ziel gesetzt, die Gesamtleistung der PV-Anlagen in der Stadt bis zum Jahr 2030 auf gesamt 800 MW zu steigern. Das Institut für höhere Studien (IHS) hat die Initiative untersucht und kommt in der Studie zum Schluss, dass der Ausbau der Photovoltaik Beschäftigung in der Ostregion schafft und dabei zusätzliche Arbeitskräfte verschiedener Ausbildungs- und Berufsprofile erfordert.

Anregung des Arbeitsmarktes

Laut dem IHS entsteht durch die geplanten Investitionen und den Betrieb der neu errichteten Anlagen in der Ostregion kumuliert von 2021–2023 eine Bruttowertschöpfung von beinahe 240 Millionen Euro. Darüber hinaus fließen rund €165 Millionen als Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand zurück. Der Arbeitsmarkt wird dadurch auch angeregt: Um die personellen Voraussetzungen dafür zu schaffen braucht es unter anderem eine Attraktivität der Beschäftigung im PV-Bereich, Bewusstsein für Ausbildungs- und Jobchancen und Förderung PV-spezifischer Aus- und Weiterbildungen, so das IHS.

Als Grundlage der Annahmen des IHS dienen 12 Interviews mit insgesamt 14 Arbeitsmarkt- und Branchenexpert:innen aus Unternehmen, die am Wiener PV-Markt tätig sind. Mithilfe der Interviews werden Einblicke in den Ist-Stand sowie Entwicklungstendenzen in der Branche gewonnen, aber auch Einschätzungen zur Umsetzbarkeit der Wiener PV-Offensive erhoben.

Des Weiteren werden ein tieferes Verständnis für die PV-relevanten Qualifikationen und Berufsfelder entwickelt und Handlungsmöglichkeiten zur Deckung bestehender und zukünftiger Fachkräftebedarfe herausgearbeitet. Ergänzend zu den Interviews wurde eine quantitative Analyse durchgeführt. Dabei wurden arbeitsmarktbezogene Sekundärdaten aus dem WKO Fachkräfte-Radar, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung und die Lehrlingsstatistik kombiniert.

Die Studie zeigt, dass für die wirtschaftlichen und arbeitsmarktbezogenen Potenziale in der Ostregion vor allem die Planung, Montage, Installation und anschließende Wartung der PV-Anlagen von Bedeutung sind, da diese Bereiche vorwiegend von regionalen Unternehmen durchgeführt werden. Bei der Montage und Elektroinstallation kann der Marktanteil in Österreich ansässiger Unternehmen auf bis zu 70 Prozent geschätzt werden.

PV-Kenntnisse gefragt 

Die Planung, Errichtung und Installation neuer PV-Anlagen bedürfen einer Vielzahl unterschiedlich qualifizierter Personen, für die auch abseits der PV-Branche eine starke Nachfrage besteht. Während die Anlagenplanung meist von Techniker:innen mit Abschlüssen auf mindestens HTL-, teilweise aber auch Tertiärniveau, übernommen wird, sind in der Phase der Errichtung und Installation sowohl einschlägig qualifizierte Elektriker:innen, Dachdecker:innen und Berufsausbildungen des Bauwesens als auch Quereinsteiger und angelernte Hilfskräfte beteiligt.

Ein Fachkräftemangel in den relevanten Branchen besteht jetzt schon, der in Niederösterreich und dem Burgenland teilweise noch größer ausfällt als in Wien, vor allem in der zentralen Berufsgruppe „Elektrotechnik/Elektronik“.


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Bild: Anton Uniqueton