So schwach wie die atlantische Umwälzzirkulation derzeit ist, war sie seit 1000 Jahren nicht. Diese Entwicklung könnte schwerwiegende Auswirkungen auf unser Wetter haben. Fotocredit: © Pexels/Pixabay
So schwach wie die atlantische Umwälzzirkulation derzeit ist, war sie seit 1000 Jahren nicht. Diese Entwicklung könnte schwerwiegende Auswirkungen auf unser Wetter haben. Fotocredit: © Pexels/Pixabay
Wird die atlantische Umwälzzirkulation weiter geschwächt, führt das zu mehr Stürmen, zu intensiveren Wintern und zu einer Zunahme von schädlichen Hitzewellen und Dürren – also zu extremeren Wetterphänomenen in Europa.

Die „Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation“ sorgt dafür, dass mit dem Golfstrom salzreiches, warmes Wasser von den Tropen sowohl ins Europäische Nordmeer als auch in den Nordatlantik und in den Arktischen Ozean transportiert wird. Durch die Wärme, die damit an die Atmosphäre abgegeben wird, wird das eher milde Klima im Norden Europas begünstigt. Im Norden wird das Wasser wiederum abgekühlt, wodurch es schwerer wird und in tieferen Schichten wieder südlich fließt. Eben diese atlantische Ozeanzirkulation, die von Winden begleitet wird, beeinflusst den Golfstrom und damit das Wettersystem auch in unseren Breiten. Sie bringt das warme und milde Wetter nach Europa und ist derzeit so schwach wie seit mehr als einem Jahrtausend nicht mehr.

Atlantische Umwälzzirkulation könnte sich weiter abschwächen

Und das ist noch nicht die schlechteste Nachricht. Denn Wissenschaftler prognostizieren, dass sich die atlantischen Umwälzzirkulation weiter abschwächen wird, wenn die globale Erwärmung anhält. Sie könnte sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts sogar um bis zu 45 Prozent verringern, was uns in die Nähe eines Zustands bringen könnte, an dem das System unwiderruflich instabil wird. Ein geschwächter Golfstrom würde auch den Meeresspiegel an der Atlantikküste der USA ansteigen lassen, mit potenziell katastrophalen Folgen. Wissenschaftler sagen bereits seit langem eine Abschwächung der atlantischen Umwälzzirkulation als Folge der globalen Erwärmung voraus und warnen, dass sie gänzlich zusammenbrechen könnte. Der Guardian zitiert dazu eine aktuelle Studie, die zeigt, dass ein solcher Punkt zwar wahrscheinlich noch einige Jahrzehnte entfernt ist, aber dass anhaltend hohe Treibhausgasemissionen uns immer näher an diesen Punkt bringen würden.

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Wetterextreme bei Abschwächung der atlantischen Umwälzzirkulation 

Am Ende der letzten Eiszeit ist diese Zirkulation unter anderen Umständen schon einmal zusammengebrochen. Es sei zwar extrem unwahrscheinlich, dass wir den Zusammenbruch der entsprechenden Ozeanzirkulation bereits ausgelöst haben, aber wenn die globale Erwärmung nicht gestoppt würde, würden wir uns unweigerlich immer näher zu diesem Punkt hinbewegen. Denn auch das Schmelzen des Eises in der Arktis beeinflusst unweigerlich die Abschwächung der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation. Die Auswirkungen der Verlangsamung wären bereits jetzt zu sehen. So seien stärkere Wirbelstürme an der US-Ostküste aufgrund des wärmeren Ozeanwassers bereits jetzt zu beobachten und Forscher erwarten eine zunehmende Abschwächung der Zirkulation in den kommenden 20 bis 30 Jahren. Das wird unser gewohntes Wetter nachhaltig beeinflussen und eine Zunahme von Stürmen und Hitzewellen in Europa, einen Anstieg des Meeresspiegels an der Ostküste der USA sowie schwerwiegende Folgen für die Fischpopulationen des Atlantiks haben.

Quellen: theguardian.com, race-synthese.de / Fotocredit: © Pexels/Pixabay 


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