Snow Farming
Snow Farming
In vielen Skigebieten in Europa wird Schnee immer mehr zur Mangelware, was sich auf die Attraktivität dieser Regionen für den Wintersport negativ auswirkt.

Kein anderer Tourismussektor ist so schwer von der Klimaerwärmung betroffen wie der Skitourismus. Viele Skiorte haben ihren Urlaubsgästen kaum etwas anderes anzubieten, wenn die Schneelage zu schlecht ist, um Ski zu fahren. Schon seit Jahren kommt kein Skigebiet ohne Schneekanonen aus. Keine der Betreibergesellschaften will riskieren, dass Urlauber wegen Schneemangels früher abreisen oder gar ganz ausbleiben.

Aus diesem Grund wird viel Geld in Beschneiungsanlagen investiert, um bei Bedarf künstlich nachhelfen zu können und die Schneelage zu verbessern. Diese Technik benötigt riesige Mengen Wasser, aus einem Kubikmeter Wasser werden 2 Kubikmeter Schnee erzeugt. Um eine Piste mit einer Länge von 500 und einer Breite von 20 Metern mit einer fünfzig Zentimeter dicken Schneedecke zu beschneien, braucht man zweieinhalb Millionen Liter Wasser. Diese Menge entspricht etwa dem Jahresverbrauch von dreizehn Vier-Personen-Haushalten. Doch was tun, wenn nicht genügend Wasser vorhanden ist, um künstlich zu beschneien?

Es gibt auch andere Methoden, um die Schneelage zu verbessern und einen frühen Beginn der Skisaison zu ermöglichen. Beim sogenannten Snow Farming versucht man den Schnee über den Sommer zu bewahren, sodass man im nächsten Winter die Saison früher starten kann. Dies setzt natürlich voraus, dass ein Gebiet am Ende einer Skisaison überhaupt noch über Schnee verfügt. Dieser wird dann abgedeckt, um ihn vor Sonne und Wärme zu schützen. Dies kann auf unterschiedliche Arten geschähen, man kann weite Flächen mit isolierenden Planen bedecken oder den Schnee zu großen Haufen auftürmen und diese abdecken.

In Seefeld in Tirol werden etwa Holzschnitzel verwendet, um den Schnee abzudecken und so größere Mengen des Schnees zu bewahren. Snow Farming brauch nicht nur deutlich weniger Energie als die künstliche Beschneiung von Pisten, sondern ist auch in tieferen Lagen möglich. Snow Farming nutzt man zum Beispiel in der Ramsau seit einigen Jahren. Jeden Winter werden hier riesige Schneeberge angehäuft, mit Holzschnitzeln und Planen abgedeckt, um zu verhindern, dass sie im Sommer schmelzen. Auf dies Art gelingt es rund 80 Prozent des Schnees zu bewahren. Diesen verwendet man dann um bereits Mitte November Langlaufloipen zu präparieren.


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Bild: Unsplash

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