Die Daimler AG stellte 2016 den Elektro-LKW Mercedes-Benz Urban eTruck vor, der mit einer Reichweite von 200 km für ein innerstädtisches Verteilungskonzept vorgesehen war. Für Flächendeckung braucht es LKW-Ladestationen. Fotocredit: © Spielvogel / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Die Daimler AG stellte 2016 den Elektro-LKW Mercedes-Benz Urban eTruck vor, der mit einer Reichweite von 200 km für ein innerstädtisches Verteilungskonzept vorgesehen war. Für Flächendeckung braucht es LKW-Ladestationen. Fotocredit: © Spielvogel / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
Die drei großen europäische LKW-Hersteller Daimler, Volvo und Traton tätigen eine Investition von 500-Millionen-Euro in ein Gemeinschaftsunternehmen, das innerhalb von fünf Jahren mindestens 1.700 Ladepunkte für LKW-Ladestationen installieren will.

Jeweils 167 Millionen Euro wollen Daimler, Volvo und Traton investieren, um in einer gemeinsamen Unternehmenskooperation den Ausbau des elektrischen Ladenetzes für LKW und Busse zu erweitern. Denn die mangende Ladeinfrastruktur für Langstrecken-LKW und -Busse sei das zentrale Hindernis, wenn es darum geht, auch im Bereich des industriellen Transports auf E-Fahrzeuge umzusteigen. „Das Schlüsselelement für die zukünftige Verbreitung von Elektrofahrzeugen wird die Infrastruktur sein“, sagte dazu Martin Daum, Vorstandschef von Daimler Trucks. Bisher würde der fehlende Ausbau die Reichweitenangst schüren, also die Befürchtung, auf der Fahrt nicht genügend Ladepunkte zu finden. 

1.700 LKW-Ladestationen in fünf Jahren

Alle drei am künftigen Joint Venture beteiligen Unternehmen sind im Normalfall als Wettbewerber zu betrachten. Denn sie alle bauen Elektro-LKW. Es werde auch weiterhin einen harten Mitbewerb geben, aber für diesen brauche es künftig auch eine neue Plattform, auf der das Konkurrieren überhaupt möglich ist. Darum investieren die LKW-Hersteller zu gleichen Teilen gemeinsam in das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam, in dem 2022 die Tätigkeiten aufgenommen werden sollen. Tätigkeiten, die zum Ziel haben, innerhalb von fünf Jahren als Betreiber mindestens 1.700 Ladepunkte für LKW und Busse zu installieren. Im Laufe der Zeit soll das Joint Venture um zusätzliche Partner erweitert werden und es werde Bemühungen um öffentliche Mittel geben. „Wir sind in alle Richtungen sehr offen, wenn andere mit uns zusammenarbeiten und Eigenkapital in das Joint Venture einbringen wollen“, sagte Matthias Gruendler, CEO von Traton, der sich prinzipiell ein großes Interesse von außen erwartet, sobald das Joint Venture gegründet ist.

Mehr LKW-Ladestationen für elektrische Infrastruktur

Die künftige Unternehmenskooperation agiert damit ganz im Sinne des europäischen Automobilherstellerverbandes ACEA, der bis 2030 die Installation von etwa 50.000 leistungsstarken Ladepunkten fordert. Seitens der Unternehmenskooperation heißt es, dass es dafür allerdings zusätzliche Partner, zusätzliche Netze und auch öffentliche Mittel benötige. Denn man schätze, dass es ein Investment von insgesamt etwa zehn Milliarden Euro brauche, um die Infrastruktur in Europa so auszubauen, dass sie bis 2050 vollständig elektrifiziert ist. Ein Anfang ist damit jedenfalls einmal gemacht und wir sind gespannt, welche weiteren Unternehmen sich womöglich dem Joint Venture anschließen werden.

Quelle: reuters.com / Fotocredit: © Spielvogel / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0


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