Ernährung  

Profis am Wort: „Man muss nicht immer zur Supermarktware aus aller Welt greifen“

Herausragende, lokale und faire Betriebe unterstützen.

Taste Austria ist eine österreichische Plattform, die ganz besondere kulinarischen Klein- und Kleinstbetriebe vorstellt. Wer regionale, saisonale oder faire Produkte anbietet, die gut schmecken, wird übersichtlich präsentiert.

Etwa 400 Produzierende wurden bereits eingereicht, von den beiden Gründerinnen Dani Terbu und Nina Mohimi wird jeder Betrieb näher angeschaut, das passiert entweder vor Ort oder virtuell. Betriebe einreichen kann man übrigens auch gleich selbst.

Wer gefeatured werden will, ist am besten kleinbetrieblich angelegt, erzeugt Lebensmittel von herausragender Qualität, zeichnet sich durch Innovationskraft von der Produktidee bis zur Vermarktung aus, geht verantwortungsvoll mit Ressourcen um, nutzt hauptsächlich Rohstoffe aus der Region, legt größten Wert auf artgerechte Tierhaltung und verwendet umweltfreundliche und recycelbare Verpackungen.

In unserem heutigen Interview haben wir uns näher mit Co-Gründerin Nina Mohimi unterhalten.

Wie wollt ihr Ab-Hof-Produzenten vor den Vorhang holen?

Zunächst damit, sie bekannter zu machen. Das war auch die Motivation für Taste Austria – wir wollen es Konsumenten leichter machen Klein(st)produzenten zu finden. Natürlich ist nicht jeder Kleinbetrieb automatisch auf Produzent von herausragenden Produkten, deswegen findet sich auf Taste Austria auch eine kuratierte Auswahl. Es gibt großartige Produkte, die regional, saisonal und (bestenfalls) auch Bio hergestellt werden – da muss man nicht immer zur Supermarktware aus aller Welt greifen. 

Wie kann ich als Konsumentin oder Konsument am besten mehr von kleineren Produzenten statt im Supermarkt kaufen?

Der Schlüssel liegt in einer guten Planung. Es gibt Produkte, die kann man auf Vorrat kaufen, z.B. Honig, Marmeladen oder Eingemachtes. Diese Dinge kann ich auch einmal im Jahr von einem Kleinproduzenten besorgen und daheim lagern.  brasilien-david-priller-meinhonig

Bei Taste Austria kann man nach PLZ oder Ort feststellen was alles in der Nähe verfügbar ist. Nach und nach hat man dann seine gewohnte Route für Dinge wie Käse, Obst. Gemüse etc. Ein guter Ort sind auch Greißlereien oder Märkte – allerdings muss man hier ganz genau nachfragen, weil leider viele Märkte auch die Waren vom Großmarkt holen – und das sind oft keine regionalen Produzenten mehr zu finden. 

Ihr schaut euch jeden eingereichten Betrieb vor Ort oder virtuell näher an. Gibt es da eine kurze Geschichte dazu?

Ja, der Feigenhof in Wien hat uns sehr begeistert. Die spürbare Leidenschaft und die feinen Feigen waren schon sehr ungewöhnlich. Den Feigenhof haben wir auch extra nochmal vorgestellt. bio-feigenhof-in-wien_feigenhof2-taste-austria

Aber das ist nur eines von vielen Beispielen, es gibt eigentlich kaum einen Klein(st)produzenten wo nicht etwas zu entdecken wäre. Sie haben alle eine Geschichte und alle eine Leidenschaft für das was sie machen. Und das zeigt sich in den meisten Fällen auch im Resultat.

Was habt ihr in der Zukunft mit Taste Austria vor?

Wir kümmern uns in erster Linie um das Scouting der Produzenten – das nimmt recht viel Zeit in Anspruch. Der nächste Schritt ist mehr Zeit für die Stories zu finden. Denn mit der Geschichte schmeckts oft noch besser.

Mehr über Ernährung

Diese Kategorie umfasst Wissenswertes über Gemüse, Obst, nachhaltige Supermärkte, schädliche Inhaltsstoffe, Bio-Produkte und vieles mehr. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.

Fotos: Roman Sindelar, Feigenhof, David Priller Mein Honig

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Energieleben Redaktion, 11.09.2015
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