Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat sein Hauptgutachten im Jahre 2011 vorgelegt, ohne dass die deutsche Regierung darauf reagiert. Was müsste denn wirklich getan werden, damit kommende…

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat sein Hauptgutachten im Jahre 2011 vorgelegt, ohne dass die deutsche Regierung darauf reagiert. Was müsste denn wirklich getan werden, damit kommende Generationen überhaupt eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben haben, geschweige denn, dass eine nachhaltige Zukunft für den ganzen Planeten beginnt?

http://www.wbgu.de/fileadmin/templates/dateien/veroeffentlichungen/hauptgutachten/jg2011/wbgu_jg2011.pdf

 

Der letzte Akt des „Kaufmanns von Venedig“ muss anbrechen

 

Die gesamte Welt hat sich an den Kaufmann Shylock verkauft. Dieser setzt nun an, seinen Gewinn, das Fleisch der Schuldner, herauszuschneiden. In William Shakespears Drama „Der Kaufmann von Venedig“ gelingt es allerdings mit einer weiblichen List, ihn daran zu hindern und somit die tragische Geschichte zum Guten zu wenden. Genau das, muss nun von den Menschen getan werden, um ihr Überleben sicher zu stellen.

Unendlich viele kluge Köpfe, Wissenschaftler, Ingenieure und findige Bastler arbeiten wie gewohnt mit „Tunnelblick“ an der Lösung der zahllosen Probleme, die im 21. Jahrhundert die Menschen in allen Teilen unserer Welt bedrängen. Eine wirkliche Lösung werden sie so nicht erreichen, weil sie noch nicht die Wurzel des Übels gefunden haben oder finden wollen. Diese ist der absurde Kontrakt mit dem habgierigen Kaufmann, der sogar,  anstatt einfach nur Zinsen,  ein Pfund ihres Fleisches verlangt. Erst wenn all die klugen Menschen diesen Kontrakt aufgelöst haben, werden die vielen Lösungen, die sie erdenken, sinnvoll sein können. Bisher unterliegt nämlich jedes Projekt für eine nachhaltige Entwicklung noch den Bedingungen dieses absurden Vertrages: „Es muss sich rechnen“. Dies aber nicht für die Menschen, sondern nur für den Kaufmann.

 

Solange der Kontrakt mit dem Kaufmann nicht aufgehoben ist, kann kein nachhaltiges Projekt gelingen

 

Alle Regierungen, die eigentlich für die Menschen von denen sie gewählt wurden, denken und arbeiten sollten, arbeiten in Wahrheit für den skrupellosen Kaufmann. Dabei gehört das Geld, das sie sich dort leihen, nicht einmal ihm, sondern den Menschen, die dessen Gegenwert erarbeiten. Würde Geld einfach global für wertlos erklärt werden, wären alle Probleme der Menschen erledigt. Solange dies – noch – nicht geschieht, sollten die Menschen wenigstens selbst bestimmen können, was mit ihrem Geld geschieht.

Wie in Shakespears Drama der leichtgläubige Händler, ist die gesamte globale Wirtschaft längst entmenschlicht, fern jeder Moral. Menschen sind in der Hierarchie der Finanzwirtschaft, die lange schon die Realwirtschaft regiert, noch unterhalb der Maschinen und Rohstoffe angesiedelt. Sie sind der unsicherste und unwichtigste Faktor in allen Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Ihr „Fleisch“ wurde ohne Skrupel den Kaufleuten geopfert. Sie arbeiten unter Bedingungen, die weit schlechter sind als die der römischen, ja der amerikanischen Sklaven, nicht einmal nur in fernen Ländern, weitab vom Wahrnehmungshorizont der nutznießenden Europäer, sondern sogar mitten unter uns, in Fleischfabriken, Plantagen und auf dem Bau. Sie lassen es auch in Europa zu, dass ihr Lebensraum, so wie schon zuvor der Lebensraum unserer Verwandten, der Tiere und Pflanzen, zerstört wird. Sie wissen, dass sie keine Zukunft haben und lassen sich doch missbrauchen.

 

Das Geld an sich hat keinen Wert, ist nur eine Vereinbarung

 

Das Geld, welches Shylock an den Börsen der Welt handelt übersteigt das Weltsozialprodukt schon lange um weit mehr als das Zehnfache (siehe z.B.: Atlas der Globalisierung). Es besitzt überhaupt keinen Gegenwert. Fast alle Staaten dieser Erde – und damit alle Menschen – arbeiten nur noch für die Zinsen, die sie an den modernen Shylock zahlen müssen. Zinsen, welche eigentlich in allen Religionen verboten und grundsätzlich eine der Hauptursachen aller Probleme unserer Zeit sind.

Ein erster Schritt zur Rettung der Welt und in eine Zukunft der Nachhaltigkeit kann also nur ein globaler Schuldenschnitt sein und eine zumindest vorübergehende Abschaffung des Geldes schlechthin. Plötzlich wären alle Menschen gleicharm – oder vielleicht gleich reich – und die Karten für eine Zukunft neu gemischt. Wie in den „Problemländern“ von 2013, wie Griechenland, müssen die Bürger nun gemeinsam „wirtschaften“, für ihr Leben sorgen. Alle Voraussetzungen, alle Technologie und ein grundlegendes Wissen sind vorhanden, an jedem Ort und in jedem Menschen seit Jahrmillionen. Allerdings gewinnen nun die Umgebung, der Ort und seine Ressourcen und Potenziale an Bedeutung. Der wirkliche Wert der Dinge, der Menschen und ihrer Welt wird wieder wahrgenommen und respektiert, geachtet. Und alles Sein erhält wieder seine Würde.

Der „Verlierer“ ist – wie in dem Drama aus dem 16. Jahrhundert – am Ende der Wucherer. 500 Jahre haben wir es nicht verstanden.

Jetzt ist es höchste Zeit, für das wirkliche Happy-End.

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