Können wir ausreichend erneuerbare Energie erzeugen, um den Klimawandel aufzuhalten?

Können wir diese Umstellung ohne den Einsatz fossiler Energie schaffen? Ja, lauten die Antworten. Weltweit betrachtet ist die Photovoltaik-Industrie mittlerweile ein Netto-Energie-Erzeuger, haben Michael Dale und Sally Benson von der Universität Stanford in einer Studie festgestellt. Das heißt, dass mehr Solarenergie erzeugt wird als für die Produktion der Anlagen aufgebracht wird. Die Forscher kommen zu der Feststellung, dass im Jahr 2020 rund zehn Prozent der Energie auf der Erde von Photovoltaikanlagen erzeugt wird. Wird die Energieintensität der PV-Systeme im aktuellen Tempo weiter verbessert, werden nur mehr rund zwei Prozent des Stroms eingesetzt um das Wachstum der Industrie sicherzustellen.

Solarindustrie in den schwarzen Energiezahlen

Laut den Berechnungen der Forscher hat die Solarindustrie die Rentabilitätsschwelle bereits erreicht: Im Jahr 2012 ist demnach mehr Solarstrom erzeugt worden als für die Produktion der Module nötig war. Solarenergie ist nach diesen Berechnungen also bereits dabei, den in der Vergangenheit aufgebrachten Energieverlust für die Produktion zu kompensieren. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent wird die weltweit erzeugte Solarenergie der aktuell im Einsatz befindlichen Analgen zwischen 2012 und 2015 dieselbe Energiemenge produziert haben, die für ihre Produktion notwendig war.

Noch besser schauen die Zahlen für Windenergie aus. Die Windstrom-Industrie ist seit Jahrzehnten rentabel, haben Dale und Benson in einer früheren Studie festgestellt. Im Gegensatz zur Solarenergie sind die Wachstumsraten beim Wind kleiner, damit kann die eingesetzte Energie für die Produktion schneller erzeugt werden. Über 90 Prozent des von Windparks an Land erzeugten Stroms stehen zur Nutzung zur Verfügung, lediglich zehn Prozent werden von der Windstrom-Industrie selbst verbraucht.

Mehr Photovoltaik, wo die Sonne scheint

Der Netto-Energie-Gewinn von Solaranlagen kann auf zwei Arten noch weiter erhöht werden: 1. Die Technologie wird weiter verbessert und die Kosten gesenkt. Laut einem Bericht des US-Energieministeriums ist der Preis für Photovoltaikanlange zwischen 2012 und 2013 um bis zu 15 Prozent gesunken; 2. Solaranlagen werden vermehrt in sonnenreichen Regionen der Erde installiert, im Südwesten der USA oder im Mittleren Osten.
Das ist Zukunftmusik. Wir sind bereits in der Lage, die Energieversorgung mit erneuerbaren Quellen sicherzustellen um den Klimawandel zu begrenzen – und das können wir auch ohne den Einsatz von fossiler Energie, die die positiven Effekte unterminieren würde.

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