Wie sich dieses Eis in der Antarktis verändert, will die Nasa auf Bleistiftbreite genau verfolgen. Foto: © pixabay.com
Wie sich dieses Eis in der Antarktis verändert, will die Nasa auf Bleistiftbreite genau verfolgen. Foto: © pixabay.com
Das schmelzende Eis der Antarktis gilt als große Unbekannte in der Prognose der tatsächlichen Erhöhung des Meeresspiegels. Mit einem neuen Technologiesprung will die NASA nun ermöglichen, genauere Vorhersagen treffen zu können.

Erinnerst du dich noch an die Nachrichten Anfang Februar, als es noch nicht Corona war, das den Inhalt der Medien zum großen Teil bestimmt hat? Dann erinnerst du dich sicher auch an eine besonders Besorgnis erregende Meldung: 18,3 Grad Celsius in der Antarktis! Der historisch höchste Temperaturwert seit Beginn der Messgeschichte in der Forschungsbasis Esperanza ließ die internationalen Alarmglocken klingeln. 

Antarktis spielt zentrale Rolle bei Meeresspiegelanstieg

Unfassbare Mengen an Landeis schmelzen und fließen damit jährlich in die Ozeane, wo sie zum weltweiten Anstieg des Meeresspiegels beitragen. In den letzten Jahren hat alleine die Schmelze der Eisschilde Grönlands und der Antarktis den globalen Meeresspiegel um mehr als einen Millimeter pro Jahr ansteigen lassen, womit sie für etwa ein Drittel des insgesamt beobachteten Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich sind. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich alleine durch die Schmelze in der Antarktis der Spiegel des Meeres in Zukunft – bei unvermindertem Treibhausgasausstoß – zwischen sechs Zentimetern und bis zu einem halben Meter erhöhen könnte. Eine enorme Bandbreite, bei der die Forscher mit der großen Unbekannten des – offenbar gar nicht so ewigen – Eises in der Antarktis zu tun haben. 

NASA misst Höhenänderungen im Polareis

Etwas Licht ins Dunkel über die tatsächlichen Schmelzvorgänge und Veränderungen im Eis der Antarktis bringt die NASA nun dank eines besonders fortschrittlichen Laserinstruments. Die zivile US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft mit Hauptsitz in Washington wird mit dem Satellit ICESat-2 mit 60.000 Messungen pro Sekunde die jährliche Höhenänderung des Inlandeises, das Grönland und die Antarktis bedeckt, bis auf die Breite eines Bleistiftes genau messen. Das ist eine Messung der Höhenänderungen des Polareises in einer bisher unerreichten Detailgenauigkeit. Die ICESat-2-Daten, die die anhaltende Höhenänderung der Eisschilde dokumentieren, werden den Forschern helfen, die Unsicherheitsspanne bei der Vorhersage des künftigen Meeresspiegelanstiegs einzugrenzen und diese Veränderungen mit den Klimafaktoren in Verbindung zu bringen.

Quelle: futurezone.at, derstandard.at, nasa.gov / Foto: © pixabay.com


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