In der 50.000 Einwohner-Gemeinde Bad Kreuznach im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz entsteht eine Wohnsiedlung mit 28 Einheiten nach den Ideen des Vereins aktivplus e.V.

Aktivplus e.V. arbeitet an der Entwicklung eines zukunftsweisenden Baustandards. Zu den Visionen des Vereins gehört etwa, dass man den gesamten Lebenszyklus eines Hauses betrachtet und nachhaltig gestaltet, das beinhaltet alles von Planung zur Errichtung, über den gesamten Nutzungszeitraum und natürlich auch den Abriss und die Entsorgung beziehungsweise die Wiederverwertung des Baumaterials. Weitere wichtige Punkte sind natürlich die CO2- und die Energie-Bilanz eines Gebäudes. Und natürlich dürfen die zukünftigen Bewohner und ihre Bedürfnisse nicht vergessen werden, nein, sie müssen sogar im Mittelpunkt stehen.

Wie werden diese Ideen in der Solar Living Siedlung in Bad Kreuznach umgesetzt? Zum Beispiel wird moderne Technologie eingesetzt, um Heizung, Lüftung, Wärmepumpen, etc. steuern zu können. Mit Hilfe des digitalen Hausmanagers lassen sich aber auch Fenster, Türen und Rollläden steuern. Auch die Beleuchtung kann gesteuert werden, doch wurde bei der Planung vor allem auch darauf geachtet, Tageslicht optimal nutzen zu können. Die Positionierung und Winkelung der Fenster ist so gewählt, dass sie den menschlichen Biorhythmus nicht stört, sondern unterstützt und dass möglichst wenig Energie für künstliche Beleuchtung benötigt wird.

Auf dem Flachdach der Anlage wird mittels PV-Anlage erneuerbare Energie erzeugt, Gas und fossile Energieträger kommen in der Anlage nicht zum Einsatz. Außerdem verfügt die Anlage über unterschiedliche Batteriespeicher, um Überschussenergie zu speichern und so den Eigenversorgungsgrad zu steigern. In den Häusern gibt es kleine lokale Batterien, aber auch eine zentrale RedoxFlow-Batterie kommt zum Einsatz. Die 28 Wohneinheiten produzieren zusammen einen Energieüberschuss von rund 152.000 kWh, der gespeichert wird. Die zentral gespeicherte Energie kann dann als „Quartierstrom“ im gesamten Wohngebiet genutzt werden. Beispielsweise können mit dieser Energie auch Elektroautos geladen werden. Durch Carsharing wird der Bedarf an Stell- und Ladeplätzen reduziert, ohne dass die Bewohner auf individuelle Mobilität verzichten müssen.

Die optimierte Gebäudehülle sorgt dafür, dass die Anlage einen niedrigen Heizenergiebedarf hat. Erdwärmeabsorber machen die Nutzung von Erdwärme mittels einer Sole-Wasser-Wärmepumpe möglich, auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kommen zum Einsatz. Diese Anlagen befinden sich in der kompakten Energiezentrale im Erdgeschoss des Hauses und sorgen für Raumheizung und Warmwasser.

Das Projekt ist für den GreenTec Award 2018, einen der international bedeutendsten Umweltpreise, nominiert. Der Verkauf der Wohneinheiten, zu je 145 Quadratmetern, soll laut Website noch im Frühjahr 2018 beginnen.


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Bild: Pexels

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