Nicht Luft und Liebe aber Luft und Sonnenlicht reichen aus, um mit diesem Solarpanel direkt Wasserstoff zu produzieren.

“Eine einzigartige Kombination aus Physik und Chemie”. Mit diesen Worten erklärte Professor Johan Martens von der der belgischen KU Leuven Universität in Belgien im Jahr 2019 das spezielle “waterstofpanelen”, das Solarpanel, das Wasserstoff aus Luft erzeugt.

Drei Jahre später gibt es mehrere Prototypen des Geräts und ein engagiertes Unternehmen – das Universitäts-Spin-off  Solhyd Project -, das sich auf die Installation der ersten Pilotproduktionslinie vorbereitet.

Funktionsweise

Auf den ersten Blick erinnert das System sehr an ein herkömmliches Solarmodul. Die Zellen, mit denen es ausgestattet ist, haben außergewöhnliche Eigenschaften: Sie können 15% des Sonnenlichts direkt in Wasserstoff umwandeln. Dazu wird eine Wasserquelle benötigt. Hier kommt ein weiteres Detail der Erfindung zum Einsatz, eines das hinsichtlich Einsparungen und Nachhaltigkeit punktet.

Das Wasser wird nicht von einer externen Quelle zugeführt, sondern es wird direkt aus der Luftfeuchtigkeit gewonnen. Mit anderen Worten, Luft dringt in das System ein, Wasser wird kondensiert und das Panel nutzt Sonnenlicht, um seine Moleküle bei niedrigem Druck in Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten. Der Sauerstoff wird in die Umgebung freigesetzt, der Wasserstoff kann komprimiert und verwendet werden.

Vom Solarpanel zum Wasserstoffpanel 

Das Projekt begann 2011 als sich zwei Ingenieure der Universität Leuven zusammentaten, um Wasserstoff nur mithilfe von Luft und Sonnenlicht zu gewinnen. Mittlerweile ist aus der Idee ein Forschungsvorhaben geworden, an dem ein Team aus Ingenieuren der Universität seit über 10 Jahren arbeitet. 2019 konnte der erste Prototyp auf 1,6 m² bis zu 250 Liter Wasserstoff pro Tag erzeugen. Damit wäre es möglich mit 20 Paneelen ein Einfamilienhaus vollständig mit Energie zu versorgen. Allerdings sind die neuartigen Solarzellen noch nicht auf dem Markt erhältlich.

Ein Update zu den technischen Details gibt es nicht, derzeit werden die Module in mehreren Pilotprojekten getestet. Bis zum Jahr 2030 könnten die Wasserstoff-Module kommerziell verfügbar sein. Der Preis kann auch noch nicht bekanntgegeben werden. Die Kosten für die Photovoltaik-Technologie hat sich in den letzten 5 Jahren halbiert. Eine ähnliche Entwicklung wird für Wasserstoffpanele erwartet. Eines ist aber sicher: Beim Solhyd Projekt wird nur mit nicht seltenen Materialien gearbeitet, versichern die Erfinder:innen.


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Bild: Solhyd