Diese Visualisierung zeigt, wie die Anlage für die Großwärmepumpe auf dem Gelände der ebswien Kläranlage in Simmering aussehen wird. Schon nächstes Jahr liefert sie Fernwärme! Rendering: © smartvoll/Mathias Bank
Diese Visualisierung zeigt, wie die Anlage für die Großwärmepumpe auf dem Gelände der ebswien Kläranlage in Simmering aussehen wird. Schon nächstes Jahr liefert sie Fernwärme! Rendering: © smartvoll/Mathias Bank
In Wien wird gerade eine Großwärmepumpe errichtet, die zu den leistungsstärksten Europas gehören wird. Wien Energie investiert dafür rund 70 Millionen Euro. Wir zeigen dir, wie der größte Energieversorger des Landes damit dafür sorgt, dass bisher ungenutztes Abwasser in unserer Wohnung für klimaneutrale Wärme sorgt.

Wien will bis 2040 klimaneutral werden. Der größte Energieversorger des Landes Wien Energie investiert daher seit Jahren erhebliche Millionenbeträge in die Implementierung nachhaltiger Energieformen. Dazu gehört nicht etwa nur der Ausbau von Solarenergie oder der Bau neuer Windenergieformen, wie beispielsweise der aktuell in Bau befindliche Windpark in Trumau. Sondern dazu gehören auch Überlegungen zu umweltfreundlichen Heizformen. Schon jetzt verfügt die Stadt Wien mit über 1.300 Kilometern Länge über eines der größten Fernwärmenetze Europas. So werden bereits aktuell 420.000 Wiener Haushalte und 7.600 Großkunden mit nachhaltiger Fernwärme versorgt. Das bedeutet eine jährliche CO2-Ersparnis von 1,5 Millionen Tonnen! Bis zum Jahr 2040 hat sich Wien Energie zum Ziel gesetzt, die Fernwärme ausschließlich mit erneuerbarer Energie zu betreiben. 

Stadtrat Peter Hanke, Wien Energie-Geschäftsführer, Karl Gruber und Stadtrat Jürgen Czernohorszky beim Spatenstich zur hochmodernem Großwärmepumpe. Fotocredit: © Wien Energie/Martin Steiger

Großwärmepumpe spart im Vollausbau 300.000 Tonnen CO2

Ein besonderer Meilenstein ist für dieses Ziel kürzlich mit dem Spatenstich für den Bau einer der leistungsstärksten Großwärmepumpen Europas erreicht worden. Wien Energie errichtet die hochmoderne Anlage auf dem Gelände der ebswien Kläranlage in Simmering. „Wir investieren hier rund 70 Millionen Euro in die klimaneutrale Zukunft der Stadt. Im Vollausbau steigern wir mit dieser Anlage den Anteil erneuerbarer Fernwärme um bis zu 14 Prozent“, so Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber. Damit sei die Großwärmepumpe ein wesentlicher Schritt hin zur Erreichung der städtischen Klimaziele, wie auch Stadtrat Peter Hanke betont: „Durch die neue Klimaschutz-Anlage sparen wir künftig bis zu 300.000 Tonnen CO2 im Jahr“, so Hanke anlässlich des Spatenstichs. Schon ab Mitte nächsten Jahres wird die Großwärmepumpe 56.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme versorgen. 

So funktioniert’s: Die Grafik zeigt, wie aus bisher ungenutztem gereinigten Abwasser wohlige und vor allem klimaneutrale Heizwärme entsteht. Infografik: © Wien Energie/APA-Auftragsgrafik
So funktioniert’s: Die Grafik zeigt, wie aus bisher ungenutztem gereinigten Abwasser wohlige und vor allem klimaneutrale Heizwärme entsteht. Infografik: © Wien Energie/APA-Auftragsgrafik

Bis 2027 versorgt Großwärmepumpe 112.000 Haushalte

Bis 2027 soll dann der Vollausbau des Projekts abgeschlossen sein, nach dem 112.000 Haushalte von klimaneutraler Fernwärme profitieren werden. Möglich wird das, indem die Großwärmepumpe ausschließlich aus regionalen Energiequellen betrieben wird. Ein Drittel des Energiebedarfs wird durch den Ökostrom des Donaukraftwerks Freudenau gedeckt, der Großteil der Energie wird allerdings durch Abwärme des gereinigten Abwassers der Kläranlage erzeugt. Dieses Abwasser fließt normalerweise gereinigt in den Donauanal. Für die klimaneutrale Fernwärme wird es jedoch künftig durch die Großwärmepumpenanlage in Simmering geleitet, wo die Wärmepumpen dem Wasser rund 6 Grad Celsius entziehen. Wien Energie verwertet so die bislang ungenutzte Wärmeenergie im gereinigten Abwasser. Denn die geringe Temperatur kann in der hochkomplexen Anlage genutzt werden, um Wärme von über 90 Grad Celsius zu erzeugen. Und die kommt dann über das Fernwärmenetz direkt in unsere Zuhause.

Rendering: © smartvoll/Mathias Bank, Fotocredits: © Wien Energie/Martin Steiger, Infografik: © Wien Energie/APA-Auftragsgrafik


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