Bereits seit 1984 steht der 14. September im Zeichen der Tropenwälder. Der vom WWF Deutschland initiierte „Tag der Tropenwälder“ wird aus einem besonderen Grund an diesem Datum begangen. Es handelt…

Bereits seit 1984 steht der 14. September im Zeichen der Tropenwälder. Der vom WWF Deutschland initiierte „Tag der Tropenwälder“ wird aus einem besonderen Grund an diesem Datum begangen. Es handelt sich um den Geburtstag des großen Amazonas-Forschers Alexander von Humboldt.

Im Jahr 2011 zieht der WWF eine eher ernüchternde Bilanz über den Zustand der weltweiten Tropenwälder: Besonders der Regenwald in Indonesien ist von der rücksichtslosen Zerstörung durch den Menschen betroffen.

Droht die grüne Lunge unserer Erde zu kollabieren?

Asien hat nicht nur in Sachen Wirtschaft zunehmend die Nase vorn. Leider steht auch die Vernichtung der heimischen Wälder groß auf der Agenda vieler wirtschaftlich- aufstrebender Unternehmen: Im weltweiten Vergleich schreitet besonders die Zerstörung der Tropenwälder im asiatischen Raum voran – mit Indonesien an der Spitze.

Dort wurden zwischen 1990 und 2005 insgesamt 28 Millionen Hektar Wald vernichtet – vor allem durch Brandrodung und Kettensägen. Diese verheerende Entwicklung wird auch durch eine neue, aktuelle WWF-Studie (Wälder in Flammen) unterstrichen und immer häufiger werden Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit gestellt: So beispielsweise nach einer nachhaltigen Palmölproduktion für Biokraftstoffe.

Bedrohtes Leben

Doch nicht nur in Sachen „Palmöl“ muss schleunigst ein Wandel her. Auch das Bewusstsein für die Folgen der Waldvernichtung muss geweckt werden. Schließlich sind die Tropenwälder Heimat einer kostbaren Tier- und Pflanzenvielfalt, die – noch bevor sie erforscht werden kann – unter der verschwenderischen Umweltzerstörung des Menschen zugrunde geht. Dabei sind nicht nur die Lebewesen der Wälder wie Orang-Utans, Elefanten oder Sumatra-Tiger stark bedroht, sondern auch der Verursacher des Massensterbens selbst: globale Auswirkungen für die menschliche Zivilisation sind zu befürchten. Und die sich ständig verändernden weltweiten, klimatischen Bedingungen sind nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren.

Luxus um jeden Preis?

Die Konsequenzen, die das ausbeuterische Verhalten gegenüber der Natur nach sich zieht, sind nur allzu logisch: Wenn über mehrere Jahrzehnte mehr Bäume gerodet werden, als nachwachsen können, und wenn der Lebensraum für ohnehin bedrohte Tierarten täglich verringert wird, beginnt das natürliche Gleichgewicht außer Kontrolle zu geraten.

Das Umdenken sollte daher nicht länger auf sich warten lassen: Muss das Fleisch auf dem Servierteller wirklich vom Rind stammen? Sind Produkte, in denen Palmöl enthalten ist, tatsächlich zur Deckung des persönlichen Bedarfes notwendig? Und ist der Schreibtisch aus wertvollen Tropenhölzern tatsächlich ein „Must-Have“ in den eigenen vier Wänden? Die Verantwortlichkeit für den Umgang mit der Natur tragen wir alle gemeinsam.

Kurzfristiges Handeln versus langfristiges Denken

Vielleicht verhält es sich mit den tropischen Regenwäldern ähnlich wie mit vielen anderen Themen, die die Umwelt betreffen: Die Folgen werden erst dann ernstgenommen, wenn es schon zu spät ist. Dabei stellt vor allem die Brandrodung eine Bedrohung für das globale Klima dar: Allein 20% des Kohlendioxidausstoßes sind auf die Rodung zurückzuführen und der gerodete Boden ist meist so ausgelaugt, dass es unter Umständen mehrere Jahre dauert, bis wieder etwas angepflanzt werden kann.

Damit avanciert der „Tag der Tropenwälder“ gewissermaßen zwangsläufig zu einem Tag, der vor allem die Zerstörung der Wälder in den Fokus rückt. Es bleibt zu hoffen, dass der 14. September nicht zu einem Gedenktag für den „Lungen-Kollaps“ unseres Planeten wird.

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