Matthias Zawichowski Verein Fahrvergnügen
Matthias Zawichowski Verein Fahrvergnügen
E-Car-Sharing in den Gemeinden.

Der Verein Fahrvergnügen bietet ein E-Car-Sharing-Modell und E-Mietautos speziell für den ländlichen Raum an. Derzeit ist der Verein, der sich längst zum Business entwickelt hat, an 17 Sharing-Standorten in niederösterreichischen Gemeinden vertreten. Tendenz steigend. Im Interview spricht Mitgründer Matthias Zawichowski über die Ziele seiner Arbeit, über E-Mobilitätsprojekte und über das Mobilitätsverhalten.

 

Wie entstand die Idee zum Verein Fahrvergnügen?

Mein Geschäftspartner Alexander Simader und ich sind seit Jahren vom Thema E-Mobilität überzeugt. Als Mobilitätsplaner habe ich bereits 2009 Stromtankstellen für Wien Aspern geplant und errichtet. Wir haben damals schon erkannt, dass das ein Gebiet mit einem starken Aufwärtstrend und auch mit viel Aufklärungsbedarf ist. Man muss der Entwicklung Zeit geben.

Warum befasst sich Fahrvergnügen gerade mit E-Mobilität?

Ich habe erkannt, dass bei unserem Mobilitätsverhalten nichts dagegen sprich, dass wir mehr Strom in die Mobilität und in den Verkehr einbinden. Selbst mit kleineren Speichern ist das sinnvoll. Denn unsere täglichen Wege betragen ja nicht 400 Kilometer, sondern im Schnitt nur 70, und selbst bei dieser Distanz zählt man schon zu den Pendlern. Zugleich entwickelt sich das Mobilitätsverhalten stark verändern, was den Wunsch nach Besitz angeht. Gerade in den Städten steht das Nutzen immer mehr im Vordergrund im Vergleich zum Besitz. All diese Bereiche sind für uns auch von der Unternehmerischen Seite attraktiv.

Wie groß ist der aktuelle Fuhrpark von Fahrvergnügen?

Derzeit haben wir 40 Fahrzeuge an 17 Sharing-Standorten in niederösterreichischen Gemeinden. Als nächsten Meilenstein streben wir die 100 Fahrzeuge an. Auch eine Ausweitung Richtung Wien ist denkbar. In andere Bundesländer wollen wir im Moment nicht expandieren.

In den Städten funktioniert Carsharing ja recht gut. Wie sieht es damit am Land aus?

Das Thema ist mir ein wichtiges Anliegen. Neben der Mobilitätsplanung habe ich ja auch Regionalentwicklung studiert. Der ländliche Raum begeistert mich seit jeher. In den vergangenen fünf Jahren hatten wir viele Mobilitätsprojekte, in denen uns benachteiligte Mobilitätsgruppen – also ältere Menschen, Schüler, alleinerziehende Mütter – beschäftigt haben. Der Vorteil ist, dass wir als Newcomer im ländlichen Raum im Mobilitätsbereich freies Spiel haben, weil die Mobilitätsanbieter sich üblicherweise auf die Ballungsräume stürzen.

Wie kann man das Angebot des Vereins Fahrvergnügen nutzen?

Mitglieder bekommen eine Mitgliederkarte, mit der sie das Auto entsperren können. Nach der Fahrt bringen sie es wieder zum Standort zurück. Die Mitgliedschaft kostet 25 Euro pro Monat. Diese umfasst 70 Stunden Fahrt im Sharing-Auto. Ab der 71. Stunde kostet die Stunde 3,84 Euro. Neben den Sharing-Autos bieten wir für die Tages- und Wochennutzung auch E-Mietautos, deren Nutzung für Mitglieder vergünstigt ist. Das sind sozusagen die Urlaubsautos für unsere Nutzer.

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Standorte aus?

Sobald sich eine Mobilitätszelle im ländlichen Raum gefunden hat, also, sobald sich an einem Standort mindestens 15 Nutzer über unsere Plattform angemeldet haben, stellen wir die Infrastruktur zur Verfügung. Die Basisfinanzierung funktioniert über Patronanzen, also über eine Art Sponsoring. Die Gemeinden helfen dann, damit das Angebot in der Öffentlichkeit bekannt wird. Letztlich sind wir aber auf Mundpropaganda angewiesen.

Welche Projekte verfolgt der Verein Fahrvergnügen noch?

Wir organisieren auch Informations-Veranstaltungen zum Thema E-Mobilität, meist zum Auftakt für ein neues Sharing-Auto. Außerdem stellen wir Betrieben E-Autos zum Testen zur Verfügung und führen auch Erstberatungen für Betriebe zur E-Mobilität durch. Auch bei einem Leuchtturmprojekt arbeiten wir mit, bei dem es darum geht, betriebsübergreifende Fuhrparks zu organisieren.

 

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Quelle: Energieleben Redaktion
Foto: Verein Fahrvergnügen

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