Windkraftanlagen haben viele Gegner. Aber nicht nur: In der Bauwirtschaft finden sich jetzt Fürsprecher. Denn gerade beim Bau großer Windkraft-Anlagen im Meer winken den beauftragten Unternehmen Milliardengewinne. Die könnten auch…

Windkraftanlagen haben viele Gegner. Aber nicht nur: In der Bauwirtschaft finden sich jetzt Fürsprecher. Denn gerade beim Bau großer Windkraft-Anlagen im Meer winken den beauftragten Unternehmen Milliardengewinne. Die könnten auch zum Teil nach Österreich fließen.

Wenn es um den Ausbau von Windkraft geht, hört man oft negative Rückmeldungen: Zu wenige und zu kurze Stromleitungen, zu teuer, Verschandelung der schönen Landschaft, zu unsichere Versorgung, zornige Nachbarländer, verärgert über „von Naturstrom verstopfte Leitungen“, flächendeckende Stromausfälle bei zu wenig Wind, durchgeschmorte Leitungen bei zu viel – so und so ähnlich lauten die Gegenmeinungen.

Weniger laut, sodass sie häufig nicht so gut gehört werden, äußern sich jene, die vom Ausbau der Windenergie profitieren. Zu diesen gehört etwa die Bauindustrie. Denn Windkraftanlagen wollen errichtet werden, und wo viel Wind weht, gehört viel technischer Aufwand und auch viel Knowhow dazu.

Herausforderung: Windparks auf hoher See

Gut die Hälfte der für den Ausbau der Windenergie vorgesehenen Gelder dürften in die Errichtung fließen. Nicht weniger als 40 große Windparks sollen an einem schwer zugänglichen Ort – in der Nord- bzw. der Ostsee – errichtet werden. Das kostet 75 Milliarden Euro, von denen 30 an die Bauwirtschaft gehen.

Auch österreichische Konzerne sind beim Ausbau der deutschen Windparks chancenreich: Strabag, Bilfinger-Berger und Hochtief bringen die technischen Voraussetzungen mit, um auch auf hoher See die Errichtung der wind-, wetter- und wasserfester Türme anbieten zu können. Die Herausforderung liegt dabei an der Verankerung der Anlagen am Meeresgrund, der stabilen Bauweise und am Transport von Komponenten zum Standort – der meist weitab von der Küste geplant ist.

Beispiel: Videografik einer Variante von Offshore-Windanlagen

Je höher der Turm einer Windkraftanlage wird, desto breiter muss auch seine Basis sein. Offshore greift man auf drei arten von Fundamenten zurück und setzt große Betongewichte ein, um die Anlagen zu verankern. Diese Komponenten müssen an Land gefertigt und mit Spezialtransporten an ihren Bestimmungsort gebracht werden.

Weil die Windparks nicht in Küstennähe geplant werden, wird auch die Wartung zur Aufgabe. Zu den Windkraftanlagen benötigt man Anlegestellen und Hubschrauberlandeplätze, die ebenso sicher verankert sind wie die Türme selbst.

Warum Hochsee-Windparks?

Warum baut man Windparks unter so widrigen Umständen?

Windparks benötigen Platz: Wo die Türme stehen, können keine Wohnsiedlungen angelegt werden, schon allein aus Sicherheitsgründen. Abseits der üblichen Schifffahrtslinien auf hoher See ist ganz einfach Platz, der niemandem abgeht. Die Landfläche kann ohne Einschränkung genutzt werden.

Eis und Schnee, mit denen in unseren Breiten und noch stärker in Norddeutschland alljährlich gerechnet werden muss, verringern zudem den Wirkungsgrad von Windkraftanlagen. Der Grund ist, dass sie die aerodynamische Form der Rotoren verändern und die Gewichtsverteilung ungünstig beeinflussen. Herabfallende Eisbrocken gefährden zudem womöglich die Umgebung, Menschen und Tiere. Dieses Problem besteht bei Salzwasser nicht; es bildet sich nur unter extremen Bedingungen Eis.

Bleibt nur zu garantieren, dass die Türme selbst den Naturgewalten gewachsen sind – Offshore-Anlagen sind durch die salzhaltige Luft und stark in Anspruch genommen und brauchen hohe Widerstandskraft und ständige Wartung – und dass die gewonnene Energie auch sicher und effizient an Land zu den Verbrauchern – zu uns – transportiert wird. Und zu hoffen, dass bei so gigantischen Projekten das eigentliche Ziel nicht aus dem Blick gerät: Nachhaltigkeit.

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