Möglicherweise ist Schweden bald das erste Land der Welt in dem es ein komplett autarkes Dorf geben wird.

Vor einiger Zeit haben wir hier über die Pläne für ein sogenanntes ReGen Dorf in den Niederlanden berichtet. ReGen Dörfer gehen auf ein Konzept von James Ehrlich zurück und zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Dorfgemeinschaft komplett selbst versorgt. Nahrungsmittel und Energie werden selbst produziert und Wasser- und Abfallmanagement funktionieren unabhängig von externen Systemen. Damit es funktioniert, müssen verschiedene Zyklen in einem komplexen, autarken System integriert werden. Pflanzliche Nahrungsmittel werden in Gewächshäusern und Gärten produziert, Viehzucht und Aquaponik decken die Versorgung mit tierischen Lebensmitteln. Die Tiere werden mit organischen Abfällen der Dorfgemeinschaft und aus der eigenen Landwirtschaft versorgt, somit überschneiden sich hier die Kreisläufe Lebensmittelproduktion und Abfallwirtschaft. Was nicht kompostiert oder an Vieh verfüttert werden kann, wird verbrannt und in Energie umgewandelt. Es überschneiden sich also auch die Kreisläufe der Abfallwirtschaft und Energieproduktion.

In Schweden kooperiert das in Silicon Valley ansässige Unternehmen ReGen Villages mit White Arkitekter aus Stockholm. Es wurden bereits mehrere Orte identifiziert, die sich für die Errichtung von ReGen Dörfern eignen. Mit Gemeinden, Grundbesitzern und Bauunternehmen ist man bereits in Verhandlungen getreten. White Arkitekter wird energiepositive Gebäude entwerfen und planen. Ziel ist es, dass man mit der Umsetzung eines Pilotprojekts noch dieses Jahr beginnt. Somit könnte Schweden das erste Land werden, in dem ein autarkes Dorf Wirklichkeit wird, denn soweit uns bekannt, wurde das ReGen Projekt in den Niederlanden noch nicht verwirklicht.

ReGen Dörfer integrieren die neuesten smarten Klimatechnologien, künstliche Intelligenz und Machine learning. Je nach Standort, müssen sie an die lokal vorherrschenden klimatischen und geographischen Bedingungen angepasst werden. Ein ganzes Dorf und seine Lebensmittelproduktion so anzupassen, dass man auch im schwedischen Klima, mit kurzem Sommer und langen dunklen Wintern, das ganze Jahr pflanzliche Lebensmittel für die gesamte Dorfgemeinschaft selbst produzieren kann, scheint eine große Herausforderung. Diese zu bewältigen wird jedoch immer wichtiger werden, da es aufgrund klimatischer Veränderungen notwendig ist, dass wir in Zukunft auch im urbanen Bereich unabhängig von allgemeiner Infrastruktur nachhaltig leben können.


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Bild: RenGen Villages