Der Schmerz, den sie zufügt, ist Legende: Die Brennnessel hat in fast jeder Kindheitsgeschichte ihren Platz. Doch die Brennnessel hat ihren Nutzen: sie ist gesund und schmeckt.

Brennnesseln gibt es fast überall auf der Welt. Sie heißen so, weil der Mensch meist schon in jungen Jahren unangenehme Bekanntschaft mit ihrer Abwehrwaffe macht: feinen, zerbrechlichen Härchen an der Unterseite und am Rand, deren abgesplitterter Stiel dem vermeintlichen (oder tatsächlichen) Angreifer Methansäure injiziert.

Schon winzige Mengen der Flüssigkeit reichen, und die Freude an näherer Bekanntschaft mit der allgegenwärtigen Pflanze ist nachhaltig getrübt.

Die Große Brennnessel (Urtica dioica), dient trotzdem unter anderem als Nutzpflanze. Durch ihren besonders hohen Vitamin-, Eisen- und Mineralstoffgehalt und ihr häufiges Vorkommen in Wald und Au konnte sie seit jeher auf dem Speisezettel der ärmeren Bevölkerungsschichten Spinat und teurere Salate leicht ersetzen. Auch als Tee lassen sich die getrockneten Blätter zubereiten. Brennesselshampoo gibt es ebenfalls aus guten Gründen allerorten käuflich zu erwerben.

Brennnesseln finden im biologischen Gartenbau Verwendung: als Kaltwasserauszug (nur 24 Stunden angesetzt) zur Pflanzenstärkung etwa. Er festigt durch die enthaltene Kieselsäure die Zellwände der damit gegossenen Pflanzen und hilft gegen schädliche Insekten. Eine Jauche löst den Stickstoff der Brennnessel heraus und wirkt als Dünger. Was übrigbleibt nützt auf dem Komposthaufen.

Früher wurden gelegentlich Butter, Fisch und Fleisch in Brennnesselblätter gewickelt, um sie länger frisch zu halten. Und zu guter Letzt wird der Brennnessel auch die eine oder andere Heilkraft zugeschrieben; ein Thema, über das sich in Wissenschaftskreisen trefflich streiten lässt. Dass Nutztiere schneller wachsen, wenn ihnen Brennessel ins Futter gemischt werden, darf auch angezweifelt werden.

Nichtsdestotrotz ist der Verzehr von Brennnesseln gesund.
Und daher jetzt zum praktischen Teil:

Rezept: Brennnesselcremesuppe

Zutaten für 4 Personen: 4 dag Butter, 1 kleine Zwiebel, 4 dag Mehl, etwas Weißwein zum Ablöschen, ca. ¾ l Gemüsebrühe, 2 Hand voll junge Brennnesselspitzen, Kräutersalz, frisch gemahlener Pfeffer, geriebene Muskatnuss, ca. 1/8 l Schlagobers

Fein gehackte Zwiebel in Butter leicht anschwitzen, mit Mehl stauben und mit Weißwein ablöschen. Mit Gemüsebrühe aufgießen und grob gehackte Brennnesseln beigeben, ca. 10 Minuten köcheln lassen. Abschmecken, vom Herd nehmen, Schlagobers beigeben, kurz pürieren und mit Gänseblümchen dekorieren.

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