Die Umwandlung von überschüssigem Wind- oder Solarstrom in Gas ist eine Technik, mit der die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz wesentlich günstiger erfolgen kann, aber auch ein Weg, um…

Die Umwandlung von überschüssigem Wind- oder Solarstrom in Gas ist eine Technik, mit der die Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz wesentlich günstiger erfolgen kann, aber auch ein Weg, um CO2 zu binden und überschüssigen Strom zu speichern. Die Kombination bewährter und einfacher Technologie macht eine zügige Energiewende möglich – und für die Bürger nachhaltig lukrativ.

 

Aus Wasser, Strom und dem Klimakiller CO2 wird Nutzgas

Immer mehr wird von notwendigen Speichertechnologien gesprochen, die halt noch nicht ausgereift oder verfügbar seien, weshalb die Energiewende erst einmal „verlangsamt“ werden muss. Greenpeace energy und andere findige Unternehmen haben sich aber längst an den Chemieunterricht und die Knallgasreaktion erinnert. Mit Strom, in Wasser geleitet, wird nämlich dieses Wasser in seine Bestandteile, Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Genauer gesagt, aus 2 H2O wird, unter Zufuhr von Energie (Strom) 2 H2 und O2. Beides lässt sich problemlos speichern, der Wasserstoff kann als Brenngas oder für Brennstoffzellen verwendet werden.

Stehen das Windrad oder das Solardach – zum Beispiel auf dem Rinderstall eines Landwirts –  in der Nähe einer Biogasanlage, kann der Wasserstoff aber auch dazu genutzt werden, um das Biogas zu BioMethan, oder eben Erdgas zu „reformieren“. Hierzu muss nämlich der CO2-Anteil in dem Rohbiogas (Methananteil um 58%) herausgewaschen werden. Das sind immerhin um 35% CO2, die irgendwo bleiben sollten. Gar nicht zu reden von gigantischen Mengen an CO2, die die Konzerne aus ihren fossilen Kraftwerken gern in der Erde oder im Meer, wie der Nordsee versenken wollen. Ein Mangel an verfügbarem CO2 besteht also nicht.

Methan besteht aber aus Wasserstoff und Kohlenstoff (CH4). Gibt man also zu dem gerade erzeugten Wasserstoff das CO2, so erhält man Methan, also Erdgas. Für die Chemiker unter uns: CO2 + 4H2 ergibt CH4 + 2H2O. Das oben gespaltene Wasser ist also, in Reinform, wieder da.

http://www.greenpeace-energy.de/windgas.html?code=GOOGLE&gclid=CP6t_omalrICFQgj3godDTkAZg

http://www.zeit.de/auto/2011-04/windgas-antrieb

 

Wir haben die Technologie und das Know How, es fehlt nur der Wille zur Umsetzung

Noch haben die großen Konzerne nicht bemerkt, dass sie mit dieser einfachen Methode ihre Probleme lösen könnten. Die Super-Windparks in der Nordsee könnten nämlich mit dem eigentlich zu versenkenden CO2 große Mengen an Erdgas herstellen, welches wiederum vor Ort in Strom, Wärme oder Antrieb für Otto-Motoren dienen könnte. Noch sitzen sie auf ihren alten Konzepten und lassen die Planungen für die Windparks ruhen, suchen nach Wegen, das CO2 „zu versenken“.

Die dezentralen Energieerzeuger aber könnten sofort handeln, einige Windräder oder Solarflächen mit Biogasanlagen kombinieren und wesentlich günstiger Wärme, Strom und Treibstoff erzeugen. Gleichzeitig sind alle Diskussionen um Speichertechnologien in Form gigantischer Batterien, Wasserspeicherbecken oder aufwändiger Vernetzungen von Erzeugungsanlagen und Verbrauchern über das Störanfällige Internet obsolet. Alle zeitweise überschüssige Energie, in welcher Form auch immer, wird in das Erdgasnetz oder notfalls bestehende, riesige Erdgasspeicherkavernen (für Kriegs- und Notzeiten von den Ländern angelegt) abgegeben und drängt dort das zu importierende Erdgas immer mehr zurück. Öl, Kohle oder Atomstrom sind damit schon mittelfristig, der Bau neuer Kohlekraftwerke als „Brückentechnologie“ völlig überflüssig.

 

Energiegenossenschaften könnten den gesamten Energiemarkt sofort übernehmen

All die bereits bestehenden Genossenschaften die vielerorts Bürger-Windparks, Bürger-Solaranlagen oder Biogasanlagen betreiben, sollten sich zusammenschließen und ihre Energieerzeugung (eigentlich ja „Energieumwandlung“, Energie kann man nicht erzeugen)  intelligent kombinieren. Das bisher drohende Chaos in den Netzen, die mit den saisonal eingespeisten Mengen aus Wind und Sonne fertig werden müssen, muss nicht kommen. Sobald der momentane Bedarf gedeckt ist, wird der Strom „vergast“. Wird mehr Strom benötigt, kann er beliebig wieder mit Gasmotoren erzeugt werden. Die Energie ist permanent im Fluss, nur immer in verschiedenen Formen, je nach Bedarf. Eine stabile Grundlast liefern die mit dem permanent verfügbaren BioMethan betriebenen BHKWs. Diese können zentral in einer „Dorfheizzentrale“, wie in den zahllosen „Bioenergiedörfern“ oder in Insellösungen direkt bei großen Wärmeverbrauchern stehen. Das Gas erhalten sie aus dem Erdgasnetz. PKW tanken ihr BioMethan an den Tankstellen, die in immer größerer Zahl Erdgaszapfanlagen erhalten. Der restliche Wärmebedarf – im Winter – wird ebenfalls dezentral zum Beispiel mit Feuerungsanlagen gedeckt, in denen Holz, aber auch ausgepresste und getrocknete Biomasse in jeder Form verbrannt wird.

 

Hört endlich auf zu reden, fangt an zu handeln

Felix und die Kinder von „plant for the planet“ fordern uns seit fünf Jahren auf, zu handeln. Die Vernunft tut dies seit Jahrzehnten. Trotzdem wird in der Hauptsache nur geredet. In Wahrheit geht es – wie immer bei derartigen Systemveränderungen – darum, für die alten Konzerne Zeit zu gewinnen, bis diese selbst so weit sind, die „Energiewende“ zu vollziehen.

Gleichzeitig wird auf den „Ermüdungseffekt“ bei den Bürgern gewartet, der bewirkt, dass diese doch resignieren und einsehen, dass erst einmal – vielleicht noch 40 bis 50 Jahre oder gar länger – mit einer „Brückentechnologie“ aus Atomkraft, Kohle und vor allem Öl den Fortbestand unseres Lebensstandards alternativlos gewährleisten muss.

Das bedeutet neben der Umwelt- und Klimaproblematik aber auch, dass weiterhin jährlich über 100 Milliarden Euro nur aus Deutschland ins Ausland fließen, Geld, das dem Staat und natürlich besonders den Bürgern fehlt. Diese müssen weiterhin immer mehr für die völlig überflüssigen Energieträger und die Erzeugnisse (Strom, Benzin) bezahlen. Der Geldstrom aus dem Lande wird also in Zukunft nicht geringer, sondern schwillt immer mehr an.

Warum sich die Bürger das gefallen lassen, ist weiterhin ein Rätsel. Offenbar fehlt wirklich die flächendeckende, ausführliche Information über all die wunderbaren Chancen, sich dauerhaft, nachhaltig aus diesem System zu verabschieden.

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