Dass Mammuts und andere riesige Säuger von der Erde verschwunden sind, soll auch am Klimawandel liegen, der für das Aussterben mitverantwortlich sein könnte. Fotocredit: © jw432/Pixabay
Dass Mammuts und andere riesige Säuger von der Erde verschwunden sind, soll auch am Klimawandel liegen, der für das Aussterben mitverantwortlich sein könnte. Fotocredit: © jw432/Pixabay
Lange Zeit wurde das Aussterben der sogenannten Megafauna vor allem auch mit den zunehmenden Jagd-Fähigkeiten des Menschen in Verbindung gebracht. Eine neue Studie zeigt allerdings, dass auch der Klimawandel mit daran beteiligt gewesen sein könnte.

Gigantische, am Boden lebende Faultiere, riesige Biber und enorme, dem Gürteltier ähnliche Wesen sowie Mammuts bevölkerten vor etwa 10.000 Jahren Nordamerika. Diese Megafauna verschwand allerdings zu diesem Zeitpunkt von der Erde. Wissenschaftler beschäftigen sich seit Langem mit der Frage, was zum Aussterben dieser riesigen Tiere geführt haben könnte. Eine Theorie dazu ist derzeit, dass der Mensch aufgrund der Jagd auf die Populationen der großen Säugetiere dafür verantwortlich ist. Diese Hypothese geht auf den Umstand zurück, dass vor etwa 14.000 Jahren die menschliche Bevölkerung immer größer wurde – und mit ihr ihre Fähigkeiten. 

Aussterben im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen

Die Theorie besagt, dass sich die Megafauna nicht auf diese immer besser ausgeprägten Fähigkeiten der hochsozialen und vor allem Werkzeuge benutzenden Menschen eingestellten konnte und so leichte Beute bei der Jagd war. Diese sogenannte „Overkill-Hypothese“ könnte jetzt allerdings für sich alleine genommen ins Wanken geraten, wie Forscher der Max-Planck-Gesellschaft nun in einer Studie zeigen, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler haben nämlich einen Zusammenhang zwischen zwei großen klimatischen Veränderungen hergestellt, die es vor 15.000 bis 12.000 Jahren – also zur Zeit des Aussterbens der riesigen Säugetiere – gab: Zuerst eine Periode abrupter Erwärmung, die vor etwa 14.700 Jahren begann, auf die dann ein Kälteeinbruch vor etwa 12.900 Jahren folgte, mit dem auf der Nordhalbkugel nahezu eiszeitlichen Bedingungen vorherrschten. 

Mensch als Faktor kann nicht außer Acht gelassen werden

Diese Temperaturschwankungen und ihre ökologischen Auswirkungen wurden von den Wissenschaftlern mit dem Aussterben der Megafauna in Verbindung gebracht. „Die Megafauna-Population scheint zugenommen zu haben, als sich Nordamerika vor etwa 14.700 Jahren zu erwärmen begann“, sagt Mathew Stewart, Co-Autor der Studie. „Aber wir sehen dann eine Verschiebung dieses Trends vor etwa 12.900 Jahren, als Nordamerika begann, sich drastisch abzukühlen und kurz danach beginnen wir, das Aussterben der Megafauna zu sehen.“ Während diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Rückkehr zu nahezu eiszeitlichen Bedingungen vor etwa 12.900 Jahren die unmittelbare Ursache für das Aussterben der riesigen Erdbewohner war, ist die Thematik insgesamt vermutlich noch wesentlich komplexer. Denn laut den Studienautoren darf der Mensch bei dieser Entwicklung keineswegs völlig außer Acht gelassen werden, wenn auch vermutlich etwas differenzierter, als es bei der klassischen Overkill-Hypothese der Fall ist. So könnten beispielsweise auch Lebensraumveränderungen durch die Zunahme der menschlichen Bevölkerung indirekt zum Aussterben der Megafauna beigetragen haben.

Quelle: sciencedaily.com / Fotocredit: © jw432/Pixabay


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