Energiepolitik  

Fracking: Weniger Schiefergas als erwartet

Hydraulic Fracking oder Hydrofacking – eine umstrittene Methode der Erdgasgewinnung. Zu den Befürchtungen um das Grundwasser und die Ökologie kommt nun eine weitere Unsicherheit: Der zu erwartende Ertrag.

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In den vergangenen Jahren gab es mehrere Schätzungen, wie viel Schiefergas in den USA gewonnen werden kann. Präsident Obama behauptete gar, das durch Fracking gewonnene Gas würde den US-Verbrauch der kommenden 100 Jahre decken. Die optimistischen Schätzungen scheinen der Realität nicht standzuhalten.

Zu hohe Zahlen

US-Gasunternehmen haben in den vergangenen Jahren verstärkt auf Schiefergas gesetzt. Dadurch wurden auch immer mehr Daten bezüglich der Förderquoten verfügbar. Die Energy Information Agency (EIA) hat nun neue Berechnungen über die Gasvorkommen in den USA abgegeben. Demnach sind die Zahlen der Industrie und Politik zu hoch gegriffen, viel zu hoch.

Die EIA geht von 428 Billionen Kubikmeter verfügbarem Schiefergas in den USA aus. Im Jahr 2011 wurde noch von einem Vorkommen von 827 Billionen Kubimeter gesprochen. Die Erwartungen wurden also um rund 40 Prozent herabgesetzt.

Gas nur für sechs Jahre

Im Fokus der Schiefergas-Förderung in den USA steht vor allem die Marcellus-Formation. Das Appalachen-Plateau enthält weitgehend unerschlossene Schiefergasvorkommen und liegt in der Nähe der Großstädte im Nordosten der USA. Im Vorjahr gingen die Behörden von 410 Billionen Kubikmeter förderbarem Gas aus. Nun sollen laut EIA aus dem Gestein nur mehr 141 Billionen Kubimeter gewonnen werden können. Gemessen am aktuellen US-Gasverbrauch würden die Vorräte der Marcellus-Formation nach nur sechs Jahren aufgebraucht sein.

Fracking, erklärt in 2 Minuten (englisch)

Energieleben Redaktion, 20.03.2012
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