Ein neuer Monat – ein neuer Eintrag im Gartenkalender. Im Juni gibt es – wenn er doch noch wärmer werden sollte – endlich den ersten richtigen Lohn für die fleißige Gartenarbeit.

Dieser ausgehende Mai, beginnende Juni fühlt sich an wie ein kleiner November – darüber wird an jeder Ecke mit gezwungenem Lachen gescherzt. Aber bei allen Wetterkapriolen: es wird vorbeigehen. Und dann braucht auch der Garten wieder Zuwendung. Aber er gibt auch etwas zurück. In diesem Monat können nämlich die ersten ordentlichen Ernten eingefahren werden.

Gemüse und Wasser

Im Augenblick scheint das ja das geringste Problem zu sein – der Vollständigkeit halber wollen wir es aber doch nicht verschweigen: Im Juni wird gewachsen, und das heißt, das Gemüse ist auch sehr durstig. Genug Wasser ist Pflicht.

Das Wachstum geht schnell voran, und damit kommen auch rasch die ersten Ernten dran. Die Erntelücken sollen aber nicht leer bleiben. Nachsaat jetzt im Wachstumsmonat Juni kann rasch zur nächsten Erntetranche führen, also nur nicht zögern und geerntetes Gemüse gleich wieder nachsetzen. Zuckerhutsalat, Rüben und Karotten, Rettich, Radieschen, Wurzelpetersilie, Rote Beete, Brokkoli oder Chinakohl, Buschbohnen oder Stangenbohnen, Kohlrabi oder Frühkartoffeln – der Garten ist voll mit frischen Leckereien.

Bis zum 24. Juni kann man noch gern Spargel stechen. Nach diesem Zeitpunkt braucht die Pflanze eine Ruhephase, in der sie Reservestoffe für das kommende Jahr sammelt.

Bei Tomatenpflanzen muss man jetzt eingreifen, wenn sie viele Früchte tragen sollen. Tomatenzieher müssen regelmäßig die Seitentriebe ausbrechen, die in den Blattachseln sprießen. Der Fachausdruck dafür lautet: Ausgeizen.

Warum die Aktion: Diese Triebe wachsen kräftig, aber tragen aber nur wenige Früchte. Das heißt, sie rauben der Pflanze unnötig Kraft.

Wie wird’s gemacht: Man drückt den unerwünschten Trieb einfach mit Daumen und Zeigefinger zur Seite weg. Bei veredelten Tomaten kann man im unteren Bereich einen Seitentrieb stehen lassen und als zweiten Haupttrieb ziehen. Alle anderen Seitentriebe sollte man auch ausgeizen.

Zierpflanzen und Wasser

Blume und Strauch sind übrigens genauso durstig wie das Gemüse, und sie wachsen auch mindestens genauso schnell. Das heißt für Gärtner bei der derzeitigen Wetterlage erst einmal: gar nichts tun. Sollte aber doch noch der Juni einkehren, dann müssen wir ein Auge darauf haben, dass die Beete genügend gewässert werden.

Dünger

Im Frühsommer wächst das Gras normalerweise sehr schnell. Es ist die große Zeit des Rasenmähens. Das ist anstrengend, aber es lohnt sich auch, denn es wirft viel ab – Kompost nämlich, und damit organischen Dünger für das kommende Jahr.

Beim Kompostieren nicht vergessen: statt einfach frisches Gras auf einen Haufen zu werfen, lieber in Schichten arbeiten. Feuchtes, frisches Material gemischt mit trockenen Zwischenstöcken. A propos Stöcken: dafür eignen sich die alten Zweige vom Frühjahrs-Baumschnitt gut. Man kann sie häckseln und als stabilisierendes, auflockerndes Element in den Komposthaufen einbringen.

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